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Über LSD, Zauberpilze, magische Lianen und mehr: Die Alkylindolgruppe




Alkylindol-Gruppe


Dimethyltryptamin

Substanz

Das DMT, welches zur Stoffklasse der Tryptamine gehört, ist in verschiedenen südamerikanischen Pflanzen (ua. Mimosa- und Virolapflanze) und Kakteen als Wirkstoff enthalten. Des Weiteren wird es in geringen Mengen im menschlichen Nervensystem gebildet und hat dabei eine bedeutende Funktion als Botenstoff. Dimethyltryptamin gibt es als Hydrochlorid und auch als Base. Des Weiteren ist es mit dem Methoxy-Dimenthyl-Tryptamin sowie Psilocin verwandt. Erstmals synthetisiert wurde Dimethyltryptamin im Jahr 1931. Bereits in den 60er Jahren wurde es als Modedroge bekannt und verbreitet. Bei der Droge DMT handelt es sich dabei um eine farblose Substanz.

Wirkungen

Die Wirkung des Dimethyltryptamin dauert meist weniger als eine Stunde. DMT gehört dennoch zu den stärksten Psychedelika. Die Wirkungen der Droge sind unterschiedlich. Auf der einen Seite erlebt der Konsument die Welt, bildlich gesprochen, mit anderen Augen. Alles erscheint farbenprächtiger. Es erscheinen ungewöhnliche Zukunftsvisionen. Weiterhin kann es dazu kommen, dass der Konsument Bewegungen fremdartiger Wesen wahrnimmt. Auf der anderen Seite kann die euphorische Phase sehr schnell kippen. Dabei kann die Selbstüberschätzung und Hochgefühl in Aggressivität übergehen. Weiterhin kann es zu Krämpfen und Kreislaufbeschwerden kommen.

Konsumformen

Das DMT kann in unterschiedlichster Form konsumiert werden. Es kann inhaliert, geraucht, geschnupft oder gespritzt werden. Die Dosis liegt dabei zwischen 20 und 100 mg und ist von der Konsumform abhängig.

DMT-haltige Getränke

In brasilianischen Amazonasgebieten wurde das DMT, als flüssige Zubereitung zu Heilzwecken oder auch Sakralritualen benutzt. In diesem Zusammenhang ist der sog. Drogen-Trank Daime ("Gib mir") oder Ayahuasca ("Geisterliane") zu erwähnen, welcher im Jahr 1922 in Brasilien seinen Ursprung fand. Der aus dem Blattrauch Psychotria Viridis und der Lianenart Banisteriopsis Caapi angefertigtes Getränk wird in Flaschen abgefüllt und weltweit ausgeliefert. Da das Getränkt ebenfalls an kranke Menschen sowie Kinder verabreicht wurde und es zu problematischen gesundheitlichen Vorfällen führte, kam es immer wieder zu Sicherstellungen und zahlreichen Festnahmen.

Verbreitung

Die Verbreitung dieser Droge in Deutschland ist eher als sehr gering einzuschätzen. Nur im Jahr 1988 hat man in Deutschland ein DMT-Labor entdeckt.

Rechtliche Einstufung

Im Jahr 1982 wurde das DMT in die Anlage I zum BtMG aufgenommen. Es stellt ein verbotenes und nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel dar.



EXKURS:Winden Gewächse und Lianen

In Mittel- und Südamerika existieren zahlreiche Arten von Lianen und Windengewächsen die Betäubungsmittelwirkstoffe enthalten. Diese Gewächse werden in Deutschland als Betäubungsmittel i.S.v. BtMG behandelt, wenn sie die Wirkstoffe aus der Anlage I-III zum BtMG enthalten und weiterhin zu Missbrauchszwecken verwendet werden. Enthalten sie diese Stoffe nicht, dann stellen sie nur dann Betäubungsmitteln dar, wenn sie zum Zwecke der Reproduzierung solcher Wirkstoffe missbraucht werden.

Mexikanische Trichterwinde

In Mexiko wird das sog. Schlangenkraut als sakrale Droge genutzt. Dabei wurden die Samen der Trichterwinde, die Lysergsäureamid enthalten, von den Priestern aufgekocht und als Rauschtrank konsumiert. Dieses Ololiuqui-Getränk wurde als Heilmittel gegen Magenbeschwerden und Erkältung verwendet. Ferner wurde es als Wahrheits- und Zauberdroge genossen. Bei einer falschen Dosierung konnte es zu Verwirrtheitszuständen und Bewusstlosigkeit kommen. Die Trichterwinde, auch bekannt als Turbina Corymbosa wird bereits seit dem Mittelalter von Indianerstämmen als Halluzinogen benutzt.

Südamerikanische Schlingpflanze

In Südamerika ist eine weitere Schlingpflanze unter dem Namen Ipomea Violaceae bekannt. Die schwarzen Samen dieser Pflanze enthalten ebenfalls Lysergsäure.



Lianen Ayahuasca, Banisteriopsis Caapi und Oco-Yage

Sortenvielfalt

Allgemein gibt es in Südamerika eine Vielfalt an Schlingpflanzen sowie Waldlianen, welche von den Ureinwohnern nicht nur zu berauschenden Getränken, sondern auch zu Heilzwecken, zum Wahrsagen oder zur Kontaktaufnahme mit den Göttern benutzt werden. Solche Pflanzengetränke werden von den Indianern ua. als Yag, Ayahuasca oder Caapi bezeichnet.

Erwähnenswert ist die Waldliane Ayahuasca. Die Wurzeln und Blätter der Liane enthalten solche Carbolin-Alkaloide wie Harmalin, Harmin oder Banisterin. Dabei wird die Rinde der Liane aufgekocht und mit der DMT enthaltende Waldliane Oco Yage vermischt. Solche Cocktails werden ebenfalls von der Bevölkerung im gesellschaftlichen Leben konsumiert.

Wirkungen

Die Wirkung eines solchen Getränks hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Relevant ist in erster Linie die Zusammensetzung des Getränks, aber auch die Menge an Konsum und die Verfassung des Konsumenten spielen eine große Rolle. Die Folgen sind farbenfrohe Visionen. Weiterhin vermittelt der Konsum Gottesglaube, den Glauben bestimmte Krankheiten sowie Kriegsgefahren zu erkennen. Wird der Rauschpflanzenanteil fehlerhaft bemessen, kann es auch zu negativen Folgen, wie Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel kommen. Werden die Stängel und Blätter der Schlingpflanzen pulverisiert, so kann man es auch rauchen. Man kann auch einfach die Rinde solcher Pflanzen kauen, um den Effekt zu erhalten. Ferner werden Zubereitungen von Ayahuasca zur Behandlung von Alkoholikern eingesetzt. Diese enthalten dabei jedoch kein DMT.

Rechtliche Einstufung

Ist ein Missbrauch zu Rauschzwecken vorgesehen, so unterliegen die Ayahuascapflanzenteile mit DMT dem BtMG. Der Umgang mit solchen Pflanzen ist somit strafbar, sofern keine Ausnahmegenehmigung nach § 3 II BtMG vorliegt.



5-Methoxy-DMT

Substanz

Wie DMT, gehört auch das 5-MeO-DMT zur Stoffklasse der Tryptamine. Es ist sowohl in Tieren als auch in verschiedenen Pflanzen sowie im menschlichen Nervensystem, als Neurotransmitter enthalten. Besonders interessant ist die Tatsache, dass der Stoff ebenfalls in dem Schleim der mexikanischen und amerikanischen Kröten (Bufo Avarius bzw. Bufo Marinus), den diese aus ihren Drüsen absondern, enthalten ist. Dieser Schleim hat eine beachtliche euphorischeWirkung. Sie ist noch stärker als bei LSD. Dabei enthält das Krötensekret neben dem 5-Methoxy-DMT auch Bufotenin. In den USA existiert sogar eine Religionsgemeinschaft, die das Sekret als Sakrament ansieht. Ferner wird das 5-Meo-DMT in Mexiko von den Priestern für den Kontakt mit Gott benutzt.

Konsumformen

Der Schleim wird dabei getrocknet und aufgeraucht. Er kann aber auch ganz einfach von der Kröte abgeleckt werden.

Wirkungen

Auch bei dem Konsum von 5-Methoxy-DMT erlebt man alles farbenfroher, fühlt sich dem Gott näher und es kommt nicht selten zu Erleuchtungszuständen.

Verbreitung

Die mexikanischen und amerikanischen Kröten werden vor allem in Georgia, Texas und Nord Mexiko gefangen. Danach wird mit dem getrocknetem Krötensekret Handel betrieben. Die Jagd nach den Kröten führt mittlerweile dazu, dass diese Tiere an einigen Orten vom Aussterben bedroht sind.

Rechtliche Einstufung

Das 5-MeO-DMT ist ein nicht verkehrsfähiges und verbotenes Betäubungsmittel. Es unterliegt der Anlage I von BtMG. Nicht nur der Krötenschleim, sondern auch die Tiere selbst werden als Betäubungsmitteln qualifiziert, sofern sie das 5-Methoxy-DMT enthalten und sie als Rauschdroge missbräuchlich genutzt werden.

Die in Deutschland lebende Erdkröte und Kreuzkröte weisen zu wenig Wirkstoff auf, um einen Rausch herbeiführen zu können. Sie werden zu Recht nicht als Betäubungsmitteln angesehen.

Alpha-Methyltryptamin (alpha-MT)

Auch bei dem alpha-MT handelt es sich um ein verbotenes und nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel, welches der Anlage I zum BtMG unterliegt. Die Wirkungen von dem alpha-MT ähneln dabei denen von DMT.



Etryptamin (alpha-Ethyltryptamin, ET)

Entstehungsgeschichte

Bei ET handelt es sich um eine Abwandlung von dem DMT. Es war Anfang der 60er in dem Antidepressivum Monaseenthalten. Nachdem jedoch die Einnahme des Antidepressivums zu einer Bluterkrankung (Agranulozytose) führte, wurde das Produkt vom Markt genommen.

Wirkungen

Die Wirkung hängt unter anderem von der Dosis ab. Bei einer geringen Dosis löst das ET Glücksgefühle aus. Bei hohen Dosen führt es eher zu Halluzinationen. Des Weiteren besteht die Gefahr der Überhitzung des Körpers. Auch sind Fälle bekannt, wonach Menschen an den Folgen des Konsums gestorben sind.

Verbreitung

Die auch als Liebespillen oder Happy-Pills bezeichneten Drogen werden in Gelatinekapseln abgefüllt und zum Verkauf angeboten. Solche Kapseln enthalten in etwa 180 bis 340 mg an Etryptaminacetat. In Alzey wurde im Jahr 1993 ein Händler mit 550 Love-Pills und 80 g ET-Pulver von der Kripo festgenommen.

Rechtliche Einstufung

Im Jahr 1993 wurde das Etryptamin in die Anlage I des BtMG aufgenommen. Es stellt damit ein verbotenes und nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel dar.


Diethyltryptamin (DET)

Das DET hat eine ähnliche, wenn auch eine erheblich längere, Wirkung wie das DMT. Ist die Dosis gering so wirkt es euphorisierend. Im umgekehrten Fall wirkt es halluzinogen. Es wurde in die Anlage I zum BtMG aufgenommen und stellt ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel dar. Seine Gefährlichkeit entspricht der von LSD.


5-Methoxy-N, N-diisopropyltryptamin (5-MeO-DIPT)

5-MeO-DIPT untersteht ebenfalls der Anlage I zum BtMG und ist daher ein verbotenes und nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Es entfaltet eine ähnliche Wirkung wie das DMT.



Psilocybin/Psilocin

Entwicklungsgeschichte

Das Psilocin und Psilocybin wurden bereits im Jahr 1958 von dem A. Hofmann synthetisiert. Auf den Pharmamarkt gelang das Psilocybin, durch die Firma Sandoz, unter dem Namen Indocyn. Das Psilocybin stellt ein Di-Ethyl-Amino-Ethyl-Di-Hydrogenphosphat dar. Bei den Phosphor-Oxy-Di-Methyl-Tryptamin (CY-39) und Phosphor-Oxy-Di-Ethyl-Tryptamin (CEY-19) handelt es sich um vollsynthetische Psilocybin-Homologen.

Verbreitung

Psilocybin und Psilocin werden meistens in der Arzneimittelproduktion verwendet. Erhältlich sind sie sowohl als geruchslose Lösung wie auch als weißes Pulver und werden dabei im legalen wie auch illegalen Drogenhandel vertrieben.

Wirkungen

Die Wirkungen von Psilocybin ähneln den Wirkungen von LSD. Der Konsum von Psilocybin bewirkt keine körperliche Abhängigkeit.

Rechtliche Einstufung

Sowohl das Psilocin und Psilocybin sind verbotene und nicht verkehrsfähige Betäubungsmitteln. Sie unterliegen der Anlage I zum BtMG. Die nicht geringe Menge von Psilocybin liegt dabei bei 1,7 g, bei Psilocin bei 1,2 g Wirkstoff (bei 120 Konsumeinheiten zu 10 mg).

EXKURS:Psilocybinpilze



Entwicklungsgeschichte

Das Psilocybin und Psilocin ist in dem südamerikanischen Blätterpilz Teonanacatl enthalten. Bei den Azteken konnten nur die hohen Priester in den Genuss des Pilzes kommen. Der Pilz wurde als Gottesfleisch verehrt und sollte beim Verzehr zu einer Verbindung mit den Göttern führen und den Priestern die Macht verleihen Kranke heilen zu können. Der Teonanacatl-Pilzkult, der wohl seit mehr als 3.000 Jahren besteht, wird immer noch von den mexikanischen Indios gepflegt.

Im Mittelalter wurde den Pilzen dämonische und mystische Wirkungen zugeschrieben.

In den 60er Jahren wurde die Pilze in der Psychotherapie und Psychoanalyse eingesetzt.

Auch während der Hippiebewegung ab 1965 wurde zahlreich mit den Rauschpilzen experimentiert.

Im Jahr 1971 wurde das Halluzinogene Psilocybin in das deutsche BtMG aufgenommen, nachdem es bereits im Jahr 1966 in den USA verboten wurde.

Bekanntester Psilocybe-Pilz

Zurzeit sind ca. 150 Psilocybe-Arten bekannt. Von denen hat aber nur die Hälfte eine halluzinogene Wirkung. Die wohl zwei bekanntesten Psilocybinpilzsorten heißen Psilocybe mexikana und Psilocybe semilanceata. Ferner gibt es eine Reihe weiteren bekannten Rauschpilzen, wie Psilocybe stuntzii, Psilocybe coprophila oder Psilocybe bohemica. Die Sorte Psilocybe stuntzii wird oft mit den Nadelholzhäublingen verwechselt. Diese sind giftig und stellen oft für die Pilzsammler eine Gefahr dar.

Psilocybe mexicana

Dieser, nur ein paar Zentimeter hoher, Pilz stammt aus Südamerika und wird Teonanacatl-Pilz genannt. Diese Bezeichnung wird aus der Sprache der Azteken hergeleitet und bedeutet Gottesfleisch. Der indianische Kult rund um diesen Pilz wurde von der katholischen Kirche als Götzendienst bekämpft. Der Konsum gestaltet sich vielfältig. So kann der Pilz entweder gegessen oder aber nach Trocknung etwaigen Getränken beigemischt werden.

Psilocybe semilanceate

Bei dieser Pilzsorte, die als Spitzkegeliger Kahlkopf bezeichnet wird, handelt es sich um die häufigste Psilocybe-Art in Europa. Der Psilocybingehalt liegt dabei bei 0,8 - 1 % der Trockenmasse.


Botanische und mykologische Einordnung der Pilze

Bei den Pilzen erfolgt die Vermehrung durch Verbreitung von Sporen, welche vom Wind weitergetragen werden. Dabei ist anzumerken, dass sich diese Sporen in den Lamellen des Fruchtkörpers bilden. Der eigentliche Pilzkörper entsteht aus dem sog. Mycel. Bei dem Mycel handelt es sich um ein weißes Fadengeflecht, welches sich verdichtet und nach oben wächst. Der so entstandene Psilocybinpilz bildet dabei drei Tryptaminderivate: Baeocytin, Psilocybin und Psilocin. Es existieren verschiedene Gattungen von Rauschpilzen. Darunter fallen u.a. Schwefelköpfe (Hypholoma), Dachpilze (Pluteus), Kahlkopfpilze (Psilocybe), Flämmlinge (Gymnopilus) oder auch Samthäubchen (Conocybe Pilze).


Es erfolgt eine kleine Zusammenfassung über einige der Gattungen:

- Stropharia-Pilze -

Bei dieser Gattung gibt es nur einige Sorten, die den Wirkstoff Psilocybin enthalten. Die wohl bekannteste Sorte stellt die Stropharia cubensis dar. Diese Pilze unterstehen ebenfalls dem BtMG. Dies allerdings nur dann, wenn sie Psilocybin enthalten und als Droge missbraucht werden. Dies ist bei solchen Sorten wie der Grünspan-Träuschling oder Dungkahlkopf nicht der Fall.

- Conocybe- und Inocybe-Pilze -

Die wohl bekannteste, das Psilocybin enthaltende Sorte, ist der Conocybe cyanopus. Es wird auch als das blaufüßige Samthäubchen bezeichnet.

Auch gibt es bei den Inocybe-Pilzen mehrere Sorten die Psilocybin enthalten, wie z.B. Inocybe caelestium oder auch Inocybe aeruginascens.

Auch diese Pilze unterstehen dem BtMG, sofern sie Psilocybin enthalten und als Betäubungsmitteln verwendet werden.



- Panaeolus-Pilze -

Auch bei dieser Gattung gibt es zahlreiche Sorten (darunter: Panaeolus africanus) die Psilocybin enthalten. Hinsichtlich der Einordnung dieser Pilze in das BtMG gilt das bereits zu den anderen Gattungen gesagte.

- Amanitaceen -

Unter dieser Gattung, welche auch als Wulstlinge bezeichnet wird, unterscheidet man zwischen: gelben oder rotweißen Fliegenpilzen (Amanita formosa und muscaria), Königsfliegenpilzen (Amanita regalis) sowie gelben Knollenblätterpilzen (Amanita phalloides) und porphyrfarbige Wulstling (Amanita porphyria).

Die Fliegenpilze, welche die Wirkstoffe Muscaridin, Muscazon, Muscimol und Ibotensäure enthalten, werden seit Jahrhunderten als sakrale Drogen verehrt. Im Mittelalter galten sie sowohl als Glückspilze, wie auch als Pilze des Teufels. In vergangenen Jahrhunderten wurde der Fliegenpilz als Tötungs- aber auch als Heilmittel genutzt.

Bei dem Konsum können unterschiedliche Wirkungen ausgelöst werden, die von Halluzination über Kreislaufzusammenbruch bis zum Tod reichen. Alles hängt von der Dosierung ab. Dabei wird angenommen, dass der Konsum von 10 Pilzen tödlich enden kann.

Die Fliegenpilze, die nebenbei erwähnt keine Betäubungsmitteln sind, können im getrocknetem Zustand gegessen, geraucht (mit Haschisch vermischt) oder auch getrunken werden.

- Imprägnierte Speisepilze -

Grundsätzlich stellen die Speisepilze keine Betäubungsmitteln dar. Sie sind eher unschädlich.

Solche Pilze unterstehen dennoch dem BtMG, sofern sie durch Vermischung mit Rauschgiften zum Träger von Betäubungsmittelwirkstoffen werden.

So werden vor allem die Speisepilze wie Wolkenohr-Pilz oder SHII TAKE-Pillz mit LSD imprägniert und als LSD-Träger vertrieben.



Erwähnenswert sind weiterhin auch die Rauschgift-Pilze, welche die Rauschgiftpflanzen zerstören. Bekannt sind vor allem die Pilzgattung Aspergillus.



Anbau von Psilocybe-Pilzen

Pilze, die Psilocybin enthalten, können sowohl selbständig gezüchtet oder auch einfach gesammelt werden. Bis 2008 konnte man bei unterschiedlichen Firmen aus den Niederlanden sowohl die Pilzbasidiosporen wie auch das Anbauzubehör bestellen. Der Umgang mit diesen Pilzen wurde dort jedoch am 01.12.2008 verboten.



Handelsformen

Je nach Qualität und Sorte können die Preise für Rauschpilze variieren. So kann man auf der Straße 50 g frische Pilze (entspricht 2 Rauscherlebnissen) für ca. 30 € erwerben. Weiterhin wird auch mit dem Anbauzubehör reichlich Handel getrieben. So werden die kompletten Pilzanbausortimente angeboten. Dabei werden die Besteller häufig von den Herstellern hinsichtlich des rechtlichen Handhabens falsch informiert. Auch wenn die Hersteller es anders angeben, unterliegen auch die Sporen und Mycelien dem BtMG. In diesem Zusammenhang ist auch der Verkauf von den sog. Duftkissen anzusprechen. Solche Duftkissen, in denen Psilocybinpilze enthalten sind, werden mit der Warnung angebracht, dass man diese nur dann strafrechtlich unbedenklich erwerben und benutzen kann, solange man die Kissen nicht aufschneidet und den Inhalt nicht verbraucht. Solche Warnungen sind jedoch nicht haltbar und das Verhalten der Händler strafbar.



Konsum von Psilocybinpilzen und die Wirkung

Die Psilocybinpilze werden gezüchtet oder gesammelt. Auch in Deutschland wachsen solche Pilzarten wie Glockendüngerling oder Heudüngerling. Die frischen Pilze werden grds. im Kühlschrank aufbewahrt und danach im Offen getrocknet. Bei der Verarbeitung der Pilze sollte man nicht zu viel Zeit verlieren. Denn es besteht die Gefahr, dass sich bei frischen Pilzen das Pilzweis zu gefährlichen Toxinen zersetzt. Dies führt dazu, dass dort Schimmelpilze entstehen die krebserzeugende Aflatoxine produzieren.

Es gibt unterschiedliche Formen des Konsums. So können die Pilze als Tee aufgekocht und getrunken oder mit Tabak vermischt geraucht werden. Nicht unüblich ist es, dass die Pilze roh gegessen werden.

Um einen längeren Rausch von mehreren Stunden herbeiführen zu können, muss man 2 g getrocknete oder 10 g frische Pilze zu sich nehmen. Psilocybin und Psilocin ähneln in ihrer Wirkung sehr der von LSD. Bei einem Konsum von etwa 4 bis 10 mg kann es zu Glücksgefühlen, Euphorie, erotischen Gefühlen und Halluzinationen kommen. Bei Substanzmissbrauch ist mit Angstgefühlen, Gewalttätigkeiten, Depressionen und Bewusstlosigkeit zu rechnen. Bei einer höheren Dosis kann es sogar lebensgefährliche Auswirkungen haben.



Rechtliche Einstufung in Deutschland

Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin wurden bereits nach dem Einheits-Übereinkommen vom 1961 in das BtMg aufgenommen. Die Pilze selbst jedoch nicht. Im Jahr 1998 wurde in der Anlage I zum BtMG eingefügt, dass auch Pflanzen und Pflanzenteile mit den in dieser oder einer anderen Anlage bezeichneten Stoffen Betäubungsmitteln darstellen, sofern sie als solche missbräuchlich verwendet werden. Dadurch entstand eine umfangreiche Diskussion darüber, ob die Pilze nun Pflanzen wären und ob unter der verbotenen Verwendung nicht nur der Konsum, sondern auch der Anbau gemeint sei. Endgültig wurden die Pilze sowie die Bestandteile wie Mycelien, Zellenkultur und Sporen im Jahr 2009 als Stoffe i.S.v. Betäubungsmittelgesetz angesehen.



Irrtum über die Rechtslage

Es erfordert eine Klarstellung, dass Händler welche die psilocybinhaltige Rauschpilze verkaufen sich der Strafe nicht dadurch entziehen können, indem sie sich auf Mindermeinungen und reine fachwissenschaftliche Begriffdefinitionen stützen. Ausschlaggebend ist die eindeutige Rechsprechung und Kommentierung dazu, welche von den Händlern gern ignoriert wird. Ein vermeidbarer Verbotsirrtum i.S.v. § 17 StGB kann in solchen Fällen nicht angenommen werden.



JWH-Alkylindole

Entstehungsgeschichte

Die Bezeichnung JWH ist auf den Prof. Dr. John W. Hufmann zurückzuführen, der seit 1989 JWH-Produkte zur medizinischen Behandlung von Krebspatienten erforscht. Die JWH-Alkylindole, bei denen es sich um Aminoalkylindole handelt, wurden in Deutschland erst im Jahr 2008 bekannt, nachdem JWH-018 als Beimischung in Kräutermischungen (Spice) festgestellt wurde.



Wirkungen

Die Wirkungen ähneln dabei der von THC, wobei auch Ausnahmen existieren (die Wirkung bei JWH-210 ist bis zu 100mal stärker als bei THC). Wie auch bei den anderen Drogen hängt die Wirkung in erster Linie von der Dosis ab. Weitere Faktoren wie Erfahrung und Konsumsituation spielen jedoch auch eine bedeutende Rolle. Der Konsum kann von euphorischen Gefühlen (dem sog. High-Gefühl) bis hin zu Schläfrigkeit und Apathie führen. Bei eher höheren Dosen kann es zu negativen Gefühlszuständen wie Halluzinationen, Angst, Panikreaktionen sowie Gedächtnisverlust kommen.



Rechtliche Einstufung

Synthetische Cannabinoide JWH-018 (die nicht geringe Menge liegt bei 1,75 g), JWH-019 und JWH-073 unterstehen seit 2009 der Anlage II zum BtMG. Nichtsdestotrotz werden immer weitere synthetische Wirkstoffe auf den Merkt gebracht. Dies erfolgt meistens aus China. Substanzen wie JWH-120, JWH-122, JWH-210 oder JWH-250 werden in Deutschland in solchen Produkten wie "Monkees go Bananas" oder "Lava Red" angeboten und verkauft. Im Jahr 2010 und 2011 hat ein Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel vorgeschlagen synthetische Wirkstoffe, wie JWH-007, JWH-015, JWH-122, JWH-210 oder JWH-250 in die Anlage II zum BtMG aufzunehmen.

Der Handel und Erwerb von "Legal High"-Produkten ist strafbar, sofern diese dem BtMG unterstellt sind. In diesem Zusammenhang ist vor allem der §29 IV BtMG interessant. Dabei macht sich der Käufer auch wegen fahrlässigen Erwerbs strafbar. Seine Behauptung, der Händler hätte ihm versichert das Produkt enthalte keine illegalen Stoffe, geht meistens ins Leere, da dem Erwerber auf Grund des relativ hohen Preises (ca. 10 € pro Gramm) und der von ihm beabsichtigten Rauschwirkung klar sein müsste, dass in dem von ihm erworbenen Produkt auch verbotene Substanzen enthalten sein könnten (AG Prüm, Urteil v. 18.08.2011, 8031 Js5084/11). Eine Strafbarkeit nach §§ 29 ff. BtMG entfällt bei dem Erwerber, falls die Produkte keine dem BtMG unterstellten Substanzen enthalten. Für die Verkäufer besteht jedoch die Gefahr sich gem. §§ 95, 96 AMG strafbar zu machen, da die "Legal Highs" als bedenkliche Arzneimitteln eingestuft werden (§ 5 II AMG). Auch wenn die Händler behaupten nicht gewusst zu haben, dass die Produkte ein Arzneimittel darstellen, so geht dieser Einwand ins Leere. Eine solche Behauptung erscheint nicht glaubwürdig, da die Händler meist die rauscherzeugende Wirkung solcher Erzeugnisse sehr gut kennen. Ein Tatbestandsirrtum kann somit nicht angenommen werden. Allenfalls kann an einen Verbotsirrtum (§ 17 StGB) gedacht werden, der in diesem Fall allerdings vermeidbar ist.

LSD

Entwicklungsgeschichte

Entwickelt wurde das wohl stärkste Halluzinogen LSD aus dem Mutterkornpilz. Bei diesem Pilz handelt es sich um einen Parasitenpilz der Getreide befällt. Er enthält Alkaloide wie Lysergsäure, Ergometrin oder Ergotamin. Seinen Namen hat der Pilz wohl der Tatsache zu verdanken, dass er als Mittel zu Verstärkung der Wehen bei Schwangeren eingesetzt wurde.

Im Jahr 1918 wurde das Ergotamin und im Jahr 1934 die Lysergsäure als Alkaloide des Mutterkornpilzes isoliert.

Im Jahr 1938 wurde durch die Schweizer Firma Sandoz die Verbindung von Diäthylamid und Lysergsäure entdeckt. Die Laborbezeichnung lautete dabei LSD 25. Die halluzinogene Wirkung von LSD wurde jedoch erst im Jahr 1943 von Dr. Hofmann durch Zufall bei einem Selbstversuch (am 19.04.1943) festgestellt. Dabei hat er beschrieben, dass er neben Angstgefühlen und Schwindel auch Sehstörungen und Lähmungen verspürte.

Erst im Jahr 1949 kam LSD nach Amerika, wo es von der Firma Sandoz bis 1966 unter der Bezeichnung DELYSID zur psychotherapeutischen Behandlung verkauft wurde. 1962 wurde LSD aufgrund ihrer Auswirkungen zu einer Wunderdroge der psychedelischen Bewegung des Wanderpredigers und Psychologie-Professors Timothy Leary. Der als LSD-Prophet bezeichneter Leary wurde von Studenten und Blumenkindern verehrt. Von der Regierung (amerikanischer Präsident Nixon bezeichnete ihn als Volksfeind der USA) wurde ihm vorgeworfen die Gesellschaft zu bedrohen und zu vergiften. Nachdem er zu 30 Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 5 Millionen $ (wg. zweier Marihuanajoints) verurteilt wurde, gelang ihm die Flucht nach Europa. Mit Ausnahme der therapeutischen Zwecke wurde LSD im Jahr 1967 verboten, da der Konsum u.a. zu mehreren Todesfällen führte.

In Deutschland untersteht LSD der Anlage I zum BtMG und stellt damit ein nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel dar. Daneben stellt auch der Mutterkornpilz ein Betäubungsmittel dar, sofern er als Droge missbraucht wird. Es entstehen jedoch neue LSD-Designerdrogen welche aufgrund der chemischen Veränderung nicht dem BtMG unterstehen.

Eine nicht geringe Menge wird dabei bei 6 mg festgesetzt.



Verbreitung

Obwohl in Bundesrepublik im Jahr 1983 71.848 LSD-Trips sichergestellt wurden, so ist anzumerken, dass diese Droge hierzulande nie die Verbreitung erreichen konnte wie in anderen Ländern.



LSD-Sicherstellungen in Deutschland

Jahr

Fälle

Menge

2000

510

43.924

2003

149

34.806

2006

205

12.488

2008

243

12.875

2010

216

4.279



LSD selbst ist geschmack-, geruch- und farblos. Es wird sowohl als Flüssigkeit als auch als Pulver in Form von Kapseln, Tabletten oder Trips veräußert. Für die Herstellung wird dabei der frei käufliche ERGOTAMINTARTRAT benutzt. Auf den LSD-Trips sind häufig Comic-Figuren wie Bart Simpson, Batman oder Turtles sowie politischen Motive wie Chinese Dragon, Saddam Hussein oder Red Star zu finden.



Wirkungen

Neben den farbenintensiven Effekten und euphorischen Gefühlen können auch negative Wirkungen wie Wahnvorstellungen und Depressionen entstehen, die unter Umständen auch zu Selbstmordversuchen der Konsumenten führen können.

Der Rausch wird durch eine Dosis von etwa 20 bis 50 mg herbeigeführt und verläuft in mehreren Phasen. In den ersten 45 Minuten kommt es zum Schwindel und Temperaturerhöhung. Auch Angstgefühle sind nicht selten. Während der zweiten Phase (1 Std. bis 8 Std.) kann es zu Halluzinationen, farbenprächtigen Wahrnehmungen sowie Euphorieausbrüchen kommen. Danach erfolgt die Erholungsphase. Die Nachwirkungsphase spiegelt sich dann in Depressionen und Erschöpfung aus. Manche berichten auch von dem sog. "Flash Back" einem Nachrausch.

Der Konsum von LSD kann auch aggressives Verhalten nach sich ziehen. Es kann zu Sprachstörung, Unruhe und Paranoia führen. Auch solche Ereignisse wie Krieg, Krankheiten, Tod oder Vernichtung (sog. "Horrortrip") können vom Konsumenten erlebt werden. Nicht selten erlebt der Konsument einen Angriff von Bestien und Hexen, mit dem Drang diese vernichten zu müssen. Aus diesem Grund kam es beim LSD-Konsum bereits mehrfach zu furchtbaren Gewaltakten und Morden.

LSD führt nur zu einer psychischen Abhängigkeit, eine körperliche Abhängigkeit tritt nicht ein. Beim Absetzen entstehen damit keine körperlichen Entzugserscheinungen. Jedoch bleibt der Drang LSD weiter konsumieren zu wollen trotzdem bestehen.



Allgemeines

Die psychedelische Bewegung hat einen starken Einfluss auf Filme, Musicals und Musik genommen. Viele Künstler und Maler haben die Droge konsumiert und die Erfahrung anschließend beschrieben oder musikalisch dargestellt.


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