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Kokain und Crack: Yuppiedroge vs Gosse - die wichtigsten Fakten


Cocapflanze – Erythroxylum coca


Zwischen der Kulturdroge Coca und dem Kokain muss differenziert werden. Gerne wird von den Südamerikanern auf die Unterschiede zwischen der Cocapflanze und Kokain hingewiesen. Bekannt sind mehr als 100 Cocasorten. Die „ Huanuco“ - Sorte aus Peru ist mit der „ Trujillo“- Sorte aus Bolivien eine der Bekanntesten. Erythroxylon, der Gattungsname der Cocapflanze, setzt sich zusammen aus den griechischen Wörter erythos = rot und xylon= Holz und deutet somit auf das rötliche Holz der Pflanze hin. Unter diesem Gattungsnamen werden in der Anlage II zum BtMG die Sorten Erythroxylon coca, Erythroxylon bolivianum, Erythroxylon spruceanum und Erythroxylon novogranatense als verkehrsfähige, aber nicht verschreibungspflichtige Betäubungsmittel gelistet. Zunächst wurden in der Anlage des BtMG nur die Cocablätter genannt. Mittlerweile ist hier ausdrücklich die Cocapflanze gelistet.


Die Cocasträucher werden 1- 5m hoch, wachsen baumartig und werden hauptsächlich auf speziellen Anbauterrassen in 800- 2000m Höhe angebaut. Drei bis fünfmal jährlich können die Cocablätter gepflückt werden. Die feuchten Uhrwaldgebiete Südamerikas bieten günstige Lebensbedingungen für die Cocapflanze; wie beispielsweise das Huallaga- Tal in Peru. Hier gibt es auch viele Stämme, die traditionell Cocablätter kauen. Schätzungsweise werden allein in Peru auf 100- 400.000 ha Coca angebaut – mit stetig wachsenden Zahlen. Die Cocapflanze lässt sich in nahezu unfruchtbaren Bergregionen anbauen und bringt durch die hohen Gewinne viel mehr ein als Kaffee, Kakao oder Früchte. Somit kommt es trotz immenser polizeilicher und militärischer Bekämpfungsaktionen zur Ausweitung des Cocaanbaus. Die Anbaufläche in Bolivien wird aus 100.000 ha geschätzt. Die illegale Anbaufläche in Kolumbien nur auf 20.000- 50.000 ha, da hier die Qualität nicht der Qualität der Cocapflanze Perus oder Boliviens entspricht. Die Anbaufläche Brasiliens umfasst ungefähr 30.000 ha.


Das Pflücken der Cocablätter erfolgt überall noch per Hand. Für die Trocknung der Blätter gibt es zwei Methoden. Nach der ersten Methode trocknen die Blätter in der Sonne. Die Ware ist besonders gut bei schneller Trocknung. Nach der zweiten Methode werde die Blätter dem Regen ausgesetzt und anschließend mit den Füßen gestampft. Dann verbleiben aus 500 kg frischen Cocablättern lediglich 150 kg getrocknete Blätter.


Die Cocapflanze war bereits bei den alt-peruanischen Kulturen seit 200 v. Chr. bekannt. Die Bedeutung als Kult- und Kulturdroge nahm durch die Inka-Dynastie erheblich zu. Hier wurden die „ magischen Kräfte“ der Pflanze in allen Lebensbereichen genutzt. Das Cocablatt war jahrhundertelang ein wichtiger Bestandteil der Indianer Kulturen Boliviens und der Bergarbeiter, die mit Hunger und niedrigen Temperaturen in über 4.000m Höhe zu kämpfen hatten.


Für rituelle Bräuche und zur Bewältigung von Krankheiten aber auch für Kriegseinsätze wurde die Cocapflanze genutzt. Die Blätter wurden auch zur Vertreibung böser Geister verwendet und waren den Göttern geweiht. Nach der Begründung der neuen spanischen Kolonien und dem Niedergang des Inkareichs wurde von der katholischen Kirche der Anbau und das Kauen von Cocablättern verdammt und die Cocapflanze als Teufelsdroge benannt. Schnell aber änderte sich die Auffassung der katholischen Kirche in die Duldung des Cocaanbaus. Es wurde erkannt, dass der Cocaanbau Staat und Kirche hohe Steuern einbrachte. Auch heute noch versorgen sich die Indios mit Cocablättern, die sie mit Asche vermischt kauen.


Mittlerweile werden von der amerikanischen Regierung Mexiko und alle lateinamerikanischen Länder mit Wirtschaftssanktionen unter Druck gesetzt. Mittels Soldaten und Giftsprühflugzeugen soll der Cocaanbau unterbunden werden. Statt der Cocapflanze sollen die Bauern Kaffee, Bananen, Kakao, Blumen oder sonstiges Produkt anbauen. Durch das Überangebot am Weltmarkt sind die Preise für diese Alternativprodukte jedoch so niedrig, dass ein Anbau dieser Produkte für die Bauern nicht kostendeckend und lukrativ ist. Dann kehren sie doch lieber wieder zum Cocaanbau zurück oder bauen neben den Alternativprodukten illegal Cocapflanzen an.


Bereits 1863 wurde von dem deutsche Arzt E. F. Pöpping eine umfangreiche Untersuchung veröffentlicht, die neben Anbau, Verbreitung und Konsum von Coca insbesondere auf die Auswirkungen des Dauerkonsums von Kokain hinwies. 1859 gelang es dem deutschen Chemiker A. Niemann das Hauptalkaloid der Cocapflanze darzustellen. Diese Substanz nannte er Cocain. Von dem Chemiker R. Willstädter wurde dann um die Jahrhundertwende die Nebenalkaloide entdeckt. Interessant für therapeutische Zwecke wurde Kokain jedoch erst nach den Selbstversuchen des italienischen Philosophen und Arzt P. Mantegazza um 1859.


Das Pharmaunternehmen E. Merck& Co begann 1862 mit der kommerziellen Produktion des Arzneimittels Cocain. Ungefähr 25.000- 50.000 patentierte medizinische Kokainprudkte waren bis 1905/1906 auf dem Markt. Wegen der lokal-anästhetischen Wirkung auf Haut und Schleimhäute wurde Kokain als Wunderdroge in der Medizin angesehen und zur Augen- und Zahlheilkunde genutzt. Neben der ganzen Freude und Begeisterung gab es auch immer wieder zahlreiche warnende Stimmen in der Medizin, die auf die Gefahren des Missbrauchs hinwiesen. Mit der Entwicklung des synthetischen Stoffes Procain verlor die medizinische Verwendung von Kokain an Bedeutung. Die Entwicklung dieser synthetischen Stoffe setzte sich immer weiter fort. Sie hatten die Eigenschaft der lokal betäubenden Wirkung, jedoch ohne die suchterzeugenden Nebenwirkungen. In Deutschland darf Kokain heute nur noch als Praxis- und Stationsbedarf von Tierärzten und Ärzten, nicht aber von Zahnärzten, zur Anwendung am Kopf verschrieben werden; § 2 III und IV , § 4 III BtMVV.


Im Gegensatz zum Konsumenten des gereinigten Alkaloids Kokain kommt es bei den Coca-Kauern selten zur Entstehung einer voll entwickelten Sucht. Bei dem Kauen der Cocablätter wird nämlich nur ein Teil des Alkaloids extrahiert wovon dann nur eine sehr geringe Menge in die Blutbahnen gelangt. Das Kauen der Cocablätter erfolgt unter Zusatz von Pflanzenasche und ist in den Coca- Herkunftsländern Peru, Bolivien und Kolumbien eine Jahrtausend alte Tradition. Die Einheimischen konsumieren somit selber einen Großteil der Cocaernte. Bei einem sehr übertriebenen regelmäßigen Konsum der Cocablätter ( 100-500 g statt üblichen 50g) können dann aber auch körperliche, psychische und soziale Verfallserscheinungen auftreten. Ein Auftreten des amotivationalem Syndroms ( AMS), welches sich in Passivität, Verhaltensstörungen, reduzierter Körperhygiene, Stumpfsinn und erhöhter Krankheitsanfälligkeit äußert, tritt dann in diesem Zusammenhang sehr häufig auf.



Kokain


Das Kokain ist bekannt als der Champagner unter den Drogen. Es wird aus der Cocapflanze gewonnen und dann als Hydrochlorid in weißer, kristalliner Form geschnupft oder injiziert. Das Rauchen oder Inhalieren von freier Kokainbase oder Crack durch hastige Atemzüge mit der Wasserpfeife oder als Joint erfreut sich auch großer Beliebtheit. Teilweise wird es auch als Tee (Coca- Tee) oder aufgelöst in alkoholischen Getränken konsumiert. Eine gute Aufnahme des Wirkstoffes wird über die Schleimhäute erreicht; wie z.B. beim Schnupfen wo dann der Wirkstoff über die Schleimhaut der Nasenwände in den Blut-Kreislauf gelangt. Eine Aufnahme von Kokain über das Einreiben des Zahnfleisches oder der Schleimhäute ist auch bekannt. Gerne wird Kokain auch für erotische Liebesspiele benutzt, wo vor dem Akt geschnupft wird, aber sich die Sexualpartner auch gegenseitig ihre Geschlechtsteile mit Kokain einreiben. Zur Erektionssteigerung wird in bestimmten Kreisen auch eine Kokaininjektion in den Penis gesetzt. Dies kann aber auch zu einer unerwünschten, schmerzhaften Dauererektion, dem Priapismus, führen, wo dann die Hilfe eines Arztes erforderlich ist.


Besonders Heroinfixer pflegen das Injizieren von Kokain. Da kommt es dann auch zu einer gefährlichen Mischung von Kokain und Heroin, dem sogenannten „ speedball“ oder dem „ stereodruck“, der getrennten Injektion von Heroin und Kokain. Vereinzelt wird Kokain auch mit LSD gemischt, dem sogenannten „ Frisco- Speedball- Cocktail“ oder auch mit Ritalin und Dilaudid ( Stereo- Cocktail).


Kokain ist als verkehrsfähige und verschreibungsfähige Droge in der Anlage III des BtMG gelistet. Somit darf Kokain nur als Praxis- und Stationsbedarf von Ärzten und Tierärzten zur Anwendung am Kopf verschrieben werden. Die höchste therapeutische Einzeldosis beträgt laut deutschem Arzneibuch 50mg; die Tagesdosis 150mg. Die übliche Einzeldosis beträgt beim Schnupfen 20- 50 mg und bei der intravenösen Injektion 2-16 mg. Bei Kokainsüchtigen kann es durch ständige Dosissteigerung zu Tagesmengen von bis zu 30g ( nasale Aufnahme) kommen.


Um die Wirkung von Kokain beurteilen zu können, muss zwischen dem Gelegenheitskonsum und dem Dauerkonsum unterschieden werden. Zudem kommt es zu einer unterschiedlichen physichen und psyischen Wirkung. Bei einem Gelegenheitskonsum sind kaum wesentliche körperliche Veränderungen feststellbar. Eine Beschleunigung der Herz-Kreislauf-Fuktion, sowie die Zunahme der körperlichen Leistungsbereitschaft, nicht der Muskelkraft ist dann aber eine typische körperliche Auswirkung des Kokainkonsums. Eine größere Wirkung ist – auch bei dem Gelegenheitskonsum- im psychischen Bereich feststellbar. Hier kommt es im anfänglichen euphorischen Stadium zur Steigerung des Selbstwertgefühls und der Stimmung, zum Antrieb der Kontaktfähigkeit und zur Beschleunigung von Denkabläufen. Im Bezug auf den sexuellen Akt kommt es in dieser Phase zur Luststeigerung und zur Verzögerung und/ oder Intensivierung des Höhepunktes. Danach tritt dann zumeist das sogenannte Rauschstadium ein, indem es zu optischen, akustischen oder taktilen Halluzinationen kommen kann. Anschließend kommt es dann häufig zum Eintritt des sogenannten „post-coke blues“, einer Depreissionsphase. Hier ist das Auftreten von Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen, Ängsten aber auch dem Wunsch nach einem neuen Rausch möglich.


Bei einem Dauerkonsum hingegen kommt es zu körperlichen und psychischen Veränderungen des Konsumenten. Ein allmählicher körperlicher Verfall und eine ungesunde, vernachlässigende Lebensweise sind das Resultat. Der Rausch ermöglicht dem erschöpften Körper eine kurzfristige, körperliche Leistungssteigerung, sowie die Überwindung von Hunger, Schmerzen und Müdigkeit. Der Konsument erlebt eine Welle von Glückseeligkeit, die jedoch nur von kurzer Dauer ist. Diese Welle verläuft sich dann in Aggressionen, Angstgefühlen, Sinnestäuschungen und Verfolgungswahn. Schwitzen, Erhöhung des Blutdrucks, Schüttelfrost, Atemlähmungen oder sogar ein Herz-Kreislaufversagen bei einer Überdosierung, sind die körperlichen Veränderungen die dieser Dauerkonsum mit sich bringt.


Weitere körperliche Folgeschäden, die häufig auftreten sind Leberschäden, Krampfanfälle, Entzündungen und Performationen der Nasenscheidewand sowie der allgemeine körperliche Verfall. Eine körperliche Abhängigkeit durch den Kokainkonsum entsteht jedoch nicht; vielmehr führt der Konsum zu einer starken psychischen Abhängigkeit und der Tendenz zur Steigerung der Dosis. Die Kokainsucht ist ein Beispiel für eine ausschließlich psychische Abhängigkeit. Diese psychische Abhängigkeit ist so extrem, dass Kokain zu den stärksten Betäubungsmitteln gezählt werden muss. Sie führt eine regelrechte Zerstörung des Individuums herbei. Das anfängliche Bild von dem leistungsfähigem, kontaktfreudigen, spontanen Konsumenten wandelt sich durch den Dauerkonsum schnell in einen Konsumenten mit Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wahrnehmungsstörungen, Rastlosigkeit, Halluzinationen bis hin zu schizophrenieähnlichen Psychosen.


Der Dauerkonsument weist nach einem gewissen Konsumzeitraum Verhaltensstörungen und einen Leistungsverlust auf was dann später zum sozialen Niedergang, sowie der geistigen Verblödung und natürlich dem körperlichen Verfall führt.


Durch ein Zusammentreffen von Alkohol und Kokain im Körper bildet sich Äthylkokain. Hierdurch verstärkt sich die Wirkung des Kokains bis zum 100fachen. Diese Kombination führt zu einem stark erhöhten Risiko des plötzlichen Herztodes. Allgemein kann eine hohe Dosierung zu einer Überstimulation des zentralen Nervensystems führen, sowie zu Bewusstlosigkeit oder sogar zu Tod durch Atemstörungen oder Herzschwäche.


Im 19. Jahrhundert eroberten Cocaprodukte den Genussmittel- und Pharmaziermarkt. So wurde ein Cocawein ( mit Cocablättern zugesetzter Bordeaux-Wein) oder auch der Coca-Cola- Wein ( ein Gemisch aus Cocablättern und der coffeininhaltigen Colanuss) als belebendes Erfrischungsgetränk erfunden. Kokainbestandteile enthielt die Coca-Cola bis 1903. Anschließend beschränkten sich die Hersteller auf die anregende Wirkung des Coffeins. Zu dieser Zeit gab es eine große Palette aus Cocablättern hergestellten Lebensmitteln, Heilmitteln und Genussmitteln; Hustensaft, Zahnpasta, Seife, Getränke,... . 1961 wurden die Cocablätter der UN- Konvention , dem Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel, unterstellt.


Von diesem Zeitpunkt an ließen sich die Produkte nicht mehr absetzten. Kokain wurde im Jahre 1906 rezeptpflichtig und war nur noch zu medizinischen Verwendungen zugelassen. Kokain wurde illegal und teuer. Aber trotzdem breitete es sich weiter in Europa aus, besonders in der Künstler- und Prostituierenszene und beim Militär. Besonders in der Nachkriegszeit wurde in den europäischen Großstädten die illegale Droge Kokain zu einer Modedroge. In den deutschen Opiumgesetzen von 1920 bzw. 1929, die der Umsetzung des internationalen Opiumabkommens von 1912 dienten, wurde Kokain nicht generell verboten, jedoch wurde der illegale Umgang mit Kokain unter Strafe gestellt. Kokain war die Droge jeglicher Künstler und der Schickeria und wurde in besonderen Salons konsumiert. Bald erreichte das Koks aber auch die unteren Gesellschaftsschichten. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges wurde dann zunächst eine radikale Rauschgiftbekämpfung von des Nazis vorangetrieben. Andererseits arbeiteten sie aber im stillen Kämmerchen an Drogen für die deutsche Luftwaffe. Die Kampfflieger konsumierten Kokain und Pervitin ( Methamphetamin). In den 70er Jahren gab es in den USA und 10 Jahre später auch in Deutschland eine erneute Kokainwelle – ebenfalls überwiegend in Küsntler- und Schickeriakreisen. Zu dieser Zeit kam es dann auch langsam zum Überangebot von Kokain. Die Marktpreise änderten sich und Kokain wurde zur Massendroge.


In zahlreichen Gedichten, Schlager, Songs und anderen Kunstwerken wird Kokain und der Kokainkonsum behandelt. Viele Personen des öffentlichen Lebens , Künstler, Schauspieler und Musiker kommen auch selber in Kontakt mit Kokain, was dann, wegen des Interesses an ihrer Person, auch gerne öffentlich thematisiert wird.


Das Todesfallrisiko durch den Kokainkonsum ist durch eine intravenöse Injektion weitaus höher als durch das Schnupfen von Kokain. Bei einem Körpergewicht von 70 kg beginnt die tödliche Dosis bei 200- 300mg intravenöser oder bei 1- 2g oraler Aufnahme.


Nach der Trocknung bleiben von 1t frischer Cocablätter ungefähr 200kg Blattwerk übrig, woraus sich dann ca. 10 kg Cocapaste ergeben. Aus diesen 10kg Cocapaste lassen sich dann 4kg Cocabase und 2kg Kokainhydrochlorid gewinnen. Zu Beginn werden die Cocablätter mit Wasser und Schwefelsäure aufgegossen und von den sogenannten Cocatretern mit den Füßen zusammengestampft. Anschließend wird Kalk und Natriumcarbonat hinzugefügt, woraus sich dann die rohe Cocapaste bildet. Nach mehrfachen Reinigungsprozessen und unter Beimischung von Äther, Aceton, Ammoniak und Pottasche wird die Cocapaste zur Kokainbase veredelt. Zur Produktion von dem weißen, feinflockigen Kokainhydrochlorid ist dann noch die Beimischung von Salzsäure, Äther und Aceton erforderlich. Dieses hat dann eine Reinheit von 95-99% und kann beliebig gestreckt werden. Durch das Aufkochen dieses Kokainhydrochlorids mit Backpulver oder anderen alkalischen Substanzen kann Crack gewonnen werden. Von Experten wird gerne zwischen Kokainsorten und Qualitäten unterschieden. „Columbian Flake“, „ Peruvian Sniff“, „ Bolivian Rock“ sind in diesen Kreisen bekannte Spezialitäten.


Peru, Bolivien, Kolumbien und Ecuador sind die größten illegalen Produktionsländer von Kokain. In Peru, Bolivien und Ecuador findet hauptsächlich der Anbau, die Ernte und die Verbreitung der Cocablätter statt. In Kolumbien hingegen wird in vielen kleinen Laboratorien das Kokainhydrochlorid hergestellt und verbreitet. Besonders viele dieser Laboratorien befinden sich in Grenzgebieten, um bei Razzien schnell in die Nachbarländer flüchten zu können. Brasilien und Argentinien entwickeln sich auch immer weiter zu Kokainproduktionsländern. Nach einer Schätzung der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht beträgt die weltweit hergestellte Kokainmenge für das Jahr 2009 mit 842- 1.111t. Weltweit wurden 2009 711t Kokain sichergestellt ; hiervon 67t in Europa und Norwegen. Seit 1979 kommt es zu einem ständigen Anstieg der Sicherstellungen von Kokain. Spanien und die Niederlande sind die Haupteinfuhrländer in Europa. Über den See- oder Luftweg gelangt das Kokain nach Europa. Eine besondere Beziehung scheint es hier zwischen den Land Surinam und den Niederlanden zu geben.

Hinzu kommt der Schmuggel in den Koffern oder im eigenen Körper. Kolumbianer, Italiener, Spaniener oder Bolivianer dienen hauptsächlich als Kokainkuriere. Im Kokain- Kartell „ Norte del Valle“ befindet sich sogar eine Schule für Drogenschmuggler.


In Europa, in Deutschland, ja, weltweit kommt es zum Anstieg der Kokainsicherstellungen.


1976 wurden 2.419 kg Kokain weltweit beschlagnahmt; 1986 bereits 127.000 kg. Via Schiff und Flugzeug wurde das Kokain in der ganzen Welt verbreitet. 1991 betrug die weltweit beschlagnahmte Menge Kokain bereits 232.000 kg, davon 13.586 kg in Europa. Auch in Deutschland stiegen die Kokainsicherstellungen stetig an. So wurden beispielsweise 2005 1.079 kg sichergestellt, 2010 bereits 3.031kg; 1978 waren es noch 9,3 kg.


Im Jahr 1981 betrug der Preis für 1 kg Kokain zwischen 80.00 - 250.000 DM; im Straßenhandel war 1g für ungefähr 200 – 400 DM zu erhalten. Aufgrund des Überangebots fiel seit Beginn der 90er Jahre der Kokainpreis. Heutzutage ist in Deutschland ein Gramm stark gestrecktes Kokain schon für30- 50 € zu bekommen; in Europa beträgt der Grammpreis 37- 107 €. Zur Streckung von Kokain werden sowohl Likalanästhetika als auch Coffein, Milchzucker, Traubenzucker, Sacharin oder Ephedrin verwendet.


Bei der Sicherstellung von Kokainbase muss diese in Hydrochlirid umgerechnet werden. Ab einer Menge von 5 g Kokainhydrochlorid beginnt die nicht geringe Menge von Kokain.



Crack


Crack ist eine Form von rauchbarem Kokain; bestehend aus Kokainhydrochlorid, deren Kristallkörner ( Rocks) zum Rauchen besonders gut geeignet sind. Crack wird durch spezielle kleine Pfeifen geraucht oder mithilfe von Metallfolie. Der Wirkstoff gelangt dabei durch die Lunge direkt ins Gehirn, sodass es zu einem sehr schnellen Eintritt der Wirkung kommt. Der Name der Droge wird dabei zumeist auf den Ton, der bei Crack rauchen erzeugt wird, zurückgeführt. Als Kokainprodukt untersteht Crack der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Crack ist auch bekannt unter den Namen: Rockets, Rocks, Rox, Roxanne, Supercoke, free base, White cloud, cloud 9, super white, baseball.

Zur Herstellung von Crack wird eine alkalische Substanz wie beispielsweise Backpulver, Natron, Hirschhornsalz, Soda oder Salmiakgeist mit Wasser vermischt und auf eine 80-90 Grad erhitzt. Das Kokainhydrochlorid wird nun dieser Flüssigkeit beigemengt.


Nachdem sich auf der Oberfläche ein Öl- Film gebildet hat, muss die Flüssigkeit abkühlen. Das Öl fängt dann bei da 30-40 Grad an zu verdicken. Die verdickten Brocken lösen sich ab - bei diesen abgelösten Brocken handelt es sich dann um Crack. Da bei der Herstellung geringe Menge an Wasser in dem sich bildenden Crack- Material eingeschlossen werden und diese Feuchtigkeit den Abbau der Kokainbase herbeiführt, kommt es in der Regel nicht zur Produktion größerer Mengen, sondern für den jeweiligen Tagesbedarf.

Besonders in den USA kam es zu einer großen Verbreitung dieser Droge und ist dort die Straßendroge der Zukunft und der Gegenwart. Der Crackkonsument dort stammt aus allen sozialen Schichten und Altersklassen. Innerhalb kürzester Zeit nahm es epidemische Proportionen an. Aber auch in Deutschland nimmt die Menge des sichergestellten Cracks zu.


Crack ist aufgrund des günstigen Preises in den USA auch als Taschengelddroge bekannt. Eine kleine Phiole ( kapselartiges Behältnis für Crack) mit etwa 100mg kostet dort wenige Dollar. Im Vergleich zu den Preisen von Kokain ist Crack eine billige Missbrauchsdroge.


In Frankfurt wird seit Anfang der 90er Jahre auch mit Crack gehandelt. In Deutschland betragen die Kosten für einen Crack-Stein , 0,01 – 0,05 g , 10 € oder mehr pro Stein. Crack hat auch hierzulande in den Großstädten Hamburg und Frankfurt das Kokain in Pulverform verdrängt.


Ein Crack-Rausch ist sehr kurz aber intensiv und verläuft zumeist in drei Stadien. Beginnend mit dem Hochgefühl, der Antriebs- Lust und Potenzsteigerung und dem erhöhten Selbstwehrgefühl. Gefolgt von einem Rauschzustand geprägt durch akustische und optische Halluzinationen. Diese endet dann schließlich in der depressiven Phase, die Angst- und Schuldgefühle, Verfolgungswahn und Depressionen mit sich bringt. Hier ist dann der Wunsch nach einem erneuten Trip extrem hoch. Der Konsum kann dann bis zu 20, 30 Trips pro Tag ansteigen. Immer auf der Suche nach dem nächsten Trip, wird alles um sich herum ausgeblendet. Finanzielle aber auch soziale und körperliche Probleme treten auf. Der Crackmissbrauch führt zu Verwahrlosung, Kriminalität und Gleichgültigkeit. Das Abhängigkeitspotenzial bei Crack ist enorm hoch.


Kommt es zur Schwangerschaft einer cracksüchtigen Frau, raucht diese meistens auch während der Schwangerschaft weiter, wodurch das Crack auf das ungeborene Kind übertragen wird. Dies hat zur Folge, dass die Babys bereits nach ihrer Geburt crackabhänig sind und einen harten Entzug durchmachen müssen. Weitere Folgen können geistige Behinderungen, Früh- und Totgeburten sein. Während des Rausches kommt es zur Unterbindung der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr. In den USA gibt es ungefähr 900.000 Drogenbabys.


Auch bei Crack liegt die nicht geringe Menge bei 5g Wirkstoffgehalt Kokainhydrochlorid oder 6,5g Kokainbase.


Die Coca-Paste, auch Bazooko oder Bazuco genannt, ist ein Kokainzwischenprodukt und entsteht im frühen Stadium des Kokainreinigungsprozesses. Sie ist stark verunreinigt und dadurch ein akut gesundheitsgefährdendes Rauschmittel. Durch den Konsum können Hirnschäden oder der körperliche Verfall verursacht, sogar auch der Tod herbeigeführt werden. Eine Verbreitung hat bisher nur in Nord- und Südamerika stattgefunden.


Ärger mit der Polizei wegen Heroin oder Crack? Wenn ein Ermittlungsverfahren gegen Sie läuft, kontaktieren Sie mich bitte so schnell wie möglich - wir werden dann versuchen die Strafe so gering wie möglich zu halten oder das Verfahren zur Einstellung zu kriegen.

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