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Nach Fahrt unter Wirkung von THC: Die Polizei Sachsen will es ganz genau wissen oder: 31 Fragen und keine Antwort

Ein Mandant aus Sachsen ist bei einer Fahrt unter Wirkung von THC erwischt worden. 

 

Das ist Tagesgeschäft und bringt mich nicht mehr zum Staunen. Was mich aber in der Tat noch aufhorchen lässt, ist der umfangreiche Fragenkatalog, mit dem man sich und seinen Dealer straf- und fahrerlaubnisrechtlich ans Messer liefern soll. 

 

Meine Favoriten:

 

"Seit wann sind Sie abhängig?" 

 

(Es wird also nicht mal mehr gefragt, ob man abhängig ist. Ist das jetzt mal eine Billigfangfrage? Ob da in 1000 Jahren mal jemand drauf antwortet?)

 

"Haben Suie (sic!) sich an eine Drogenberatung gewandt?"

 

"Welche größere Menge haben Sie auf einmal bezogen (warum)?"

 

"Besteht noch Kontakt zu  den Eltern oder Verwandten?"

 

"Wie wird Ihr Drogenkonsum finanziert?"

 

Die Antwort auf alle diese Fragen sollte eisiges Schweigen sein.

 

Das ist besser als zu sagen, dass man seit dem circa 10., 11. oder 12. Lebensjahr Cracksüchtig ist, die Drogenberatung einem Hausverbot wegen asozialen Verhaltens (aufgrund frühkindlichen Milieuschadens) erteilt hat, man ab und zu mal 5 KG Kokain oder Schore aus Bremen besorgt ("günstige Gelegenheiten, schnelles Geld, geile Ware da"), die Eltern und Verwandten sogar leugnen, dass Sie überhaupt existieren ("wir haben Geburtsurkunde dieses Bastards löschen lassen! / Kenn ich nicht, wer soll das sein?") und dass der exzessive Drogenkonsum aus einer Mischkalkulation finanziert wird ("Drogendeals, paar Stuten schaffen in der Helenenstraße und im Hafen an und ab und zu bin ich auch für einen schnöden Banküberfall zu haben - notfalls auch mal ne Tanke wenn OCB´s und Rip´s alle sind - wieso fragen Sie?").

 

Solche Fragebögen sieht man gelegentlich mal. Nehmen Sie das nicht ernst. Es ist immer besser, wenn Sie gar nichts sagen. Sie müssen und sollen das nicht.

 

Ganz einfach zu merken: Auf polizeiliche Fragen besser gar nichts sagen. Und auf eher dreiste Fragen wie die hier erst Recht nicht. 

 

Amüsant aber das, was zwischen den Zeilen steht:

 

"Sie altes Kifferschwein, seit wann hängen Sie an der Nadel, sind von der Familie verstoßen und wie finanzieren Sie sich dieses Junkieleben - raus mit der Sprache!?!?"

 

Kaum zu glauben, dass das irgendwo in Deutschland noch klappt, sich so die Infos zu ziehen. Hier in Bremen sind dafür schon die Grundschüler zu hartgesotten, aber das ist ein anderes Thema...

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bierchen (Freitag, 09 April 2021 13:53)

    Das ist in etwa so, als würde man jemand, der ein Bier in der Hand hält, fragen, seit wann er denn schon Alkoholiker ist. Als wenn dieses Land zur Zeit keine anderen Sorgen hätte.