Rechtsanwalt und Strafverteidiger

 

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Amphetamine - die wichtigsten Fakten über Speed, Crystal, MDMA, MDA, MDE - Geschichte, Wirkungen und rechtliche Fragen

Amphetamin:

Das Amphetamin, welches auch als "Speed" oder "Pep" bezeichnet wird, unterliegt als verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel der Anl. III des BtMG. Anders als Cathin und Ephedrin sind das Amphetamin und seine Derivate ein voll synthetisches Produkt und eben keine natürliche Wirkstoffkombination. Das Amphetamin (Methyl-Phenyl-Ethylamin, Phenyl-Propan-Azan) ist chemisch das 1-Phenyl-2Aminopropan.

Es liegt grundsätzlich als Amphetaminsulfat, als wasserlösliches Salz der Schwefelsäure vor. Seinem Aufbau nach ähnelt das Amphetamin dem Adrenalin, der als Trägerstoff des sympathischen Nervensystems für eine Vielzahl vegetativer Funktionen verantwortlich ist.

Das Amphetamin kann innerhalb von 30 Tagen bis zu einer Höchstmenge von 600 mg gem. § 2 BtMVV von einem Arzt oder nach § 4 BtMVV von einem Tierarzt verschrieben werden.

Konsumformen

Es kann entweder als Tablette geschluckt oder aber auch im Wasser aufgelöst und in eine Vene injiziert werden. Am meisten wird es jedoch als Pulver angeboten. Dabei wird Amphetamin in eine Linie formiert und durch ein gerolltes Papierstück, welches auch ein Geldschein sein kann, geschnupft. Des Weiteren ist ein Konsum aus einer Kombination mit Kokain oder auch anderen Arzneimitteln möglich.


Wirkungen des Amphetamins

Auch wenn das Amphetamin zu den Betäubungsmitteln mit höherer Gefährlichkeit zählt (vgl. BVerfG NStZ-RR 1997, 342), so sind vor allem solche Aspekte wie Missbrauchshäufigkeit, Dosis und die körperliche Verfassung des Konsumenten für die tatsächliche Wirkung der Droge ursächlich. Eine orale Einnahme von etwa 5 bis 30 mg kann zu einem verstärkten Antrieb, Konzentrationsvermögen und Selbstvertrauen aber auch zu Euphorie (zum sog. "Run") und Selbstüberschätzung führen. Des Weiteren kann es sich in vermindertem Schlafbedürfnis und erhöhter Wachsamkeit äußern. Nach einer wiederholten Einnahme von eher größeren Dosen kann es zur Müdigkeit und psychischen Depressionen, auch als "Crash" bezeichnet kommen. Bei einer Überdosis kann es unter Umständen zu Erregung, Schwindel, Angst, Aggressivität, Zwangslachen, Schlaflosigkeit, Durchfall, Unruhe, Kopfschmerzen und sogar zum Tode führendem Koma kommen. Ferner kann es auch zu einer schwer heilbaren Polytoxykomanie kommen, sollte der Konsument Amphatamin mit Kokain oder anderen Arzneimitteln mischen bzw. nacheinander konsumieren. Auch das häufige Schlucken verschiedener Pillen und Spritzen von unterschiedlich wirkenden Substanzen ist dafür ausschlaggebend. Bei einer Intoxikationspsychose kommt es zu Halluzinationen sowie massiven Verfolgungswahn.






Geschichte der Amphetamine

Jahr

Geschehen

1887

Dem Chemiker Edelana gelingt die erste Synthese von Amphetamin

1898

Der deutsche Chemiker Haber entdeckt und synthetisiert das MDMA (Methylen-Dioxy-Methlen-Dioxy-Amphetamin)

1910

Wird das MDA (Methylen-Dioxy-Amphetamin) synthetisiert

1919

Ein japanischer Chemiker synthetisiert das Methamphetamin

1934

Wird Methamphetamin und Amphetamin von dem deutschen Hauschild als die perfekte Kampfdrogen für militärische Einsätze entdeckt

1938








Bringen die Temmler-Werke das Methamphetamin unter dem Namen Pervitin auf den Markt. Während des Zweiten Weltkrieges erhielten sowohl deutsche, als auch amerikanische und japanische Kampfflieger Pervitin für ihre Kampfeinsätze.

1941

Das Pervitin wurde am 01.07. dem Opiumgesetz unterstellt.

(Nachdem das Amphetamin vorerst zur medizinischen Behandlungen von Depressionen, Verhaltensstörungen und Alkoholismus eingesetzt wurde, habe man es durch wirksamere und weniger gefährlichere Mittel ersetzt)

1940 bis 1960




Breitete sich der Missbrauch von Methamphetamin und Amphetamin nun weltweit aus

60er und 70er

Der Konsum von Methamphetamin breitet sich weiterhin aus und wird unter der Bezeichnung "Speed" von den sog. "Blumenkindern" der Hippie-Bewegung konsumiert.

Unter dem Titel "PIHKAL" (Phenetylamines I Have Known And Loved) wurde sogar ein Buch von dem Alexander Shulgin, welcher als ein großer Amphetamin-Prophet gilt veröffentlicht. Darin beschrieb der Autor seine Liebe zu der Droge.

80er












Die internationale Musikszene wird von den Ampehtamin-Derivaten erobert, was auf das Auftauchen der Jünger der sog. Bhagwan-Sekte zurückgeführt wird.

Vor allem bei Partys bei denen Rave- und Techno-Musik gespielt wurde, breitete sich die Droge rasant aus.

90er

Die bunten Tablettendrogen der Amphetamin-Derivate verdrängen immer mehr Drogen wie Heroin, Opium und Morphin.

Mit dem Konsum der Drogen sollte vor allem bei Jugendlichen eine erhöhte Wahrnehmung bei Musik, mehr Ausdauer bei Musikevents am Wochenende sowie Leistungssteigerung im Beruf und bei Sport erreicht werden.



Illegale Amphetaminherstellung

Das Amphetamin ist eigentlich recht preiswert. Dabei ist es grundsätzlich mit Benzyl-Methyl-Keton, Pseudo-Ephedrin, Formamid, Ephedrin und Allylbenzol einfach herzustellen und mit durchaus hohen Gewinn illegal absetzbar. In der Zeit zwischen 1989 und 1992 wurden in Deutschland im Jahr ca. 15 bis 30 Amphetaminlaboratorien entdeckt.

Betrachtet man die Berichte des BKA "Jahreskurzlage Rauschgift" in der Zeit zwischen 2005 und 2010 so lassen sich folgende Fundergebnisse in Deutschland feststellen:

Jahr

Fund

2005

6 Labore zur Herstellung von Amphetamin bzw. Methamphetamin entdeckt

2006

3 Produktionsstätte von Amphetamin, 2 zur Herstellung von Methamphetamin, 1 zur Synthese von MDMA und 1 Fentanyl-Labor

2007

5 Labore für Amphetamin, 3 für Methamphetamin, 1 für GHB und 1 für Fentanyl

2008

22 Produktionsstätte für Amphetamin und Methamphetamin sowie 3 GHB-Labore

2009

6 Labore für Amphetamin und 22 Labore für Methamphetamin

2010

2 Labore für Amphetamin und 13 für Methamphetamin



Amphetaminhandel

In der deutschen Drogenszene verlangt man für 1 g Amphetamin ca. 5 bis 10 €. 1 kg Amphetamin kostet dabei ca. 1.500 bis 3.500 €. Auf Grund der Tatsache, dass Amphetamin im Vergleich zu anderen Drogen z.B. Kokain preisgünstiger ist nahm es ab dem Jahr 2003 einen ungeahnten Aufschwung. So sind auch die Sicherstellungsfälle gestiegen:

Jahr

Fälle

Mengen

2000

3.726

271,2 kg

2003

3.841

484,0 kg

2006

6.838

723, 2 kg

2008

8.425

1.283,2 kg

2010

8.430

1.176,9 kg



 

Amphetamin und Gewalt

Bei dem Missbrauch von Amphetamin werden sehr oft extreme Formen der Hyperaktivität sowie Aggressivität festgestellt. Ähnlich wie beim Kokainmissbrauch, spielt auch der Amphetaminsmissbrauch sehr oft bei Aggressionskriminalität eine tragende Rolle.



Methamphetamin

Substanz

Bei dem Methamphetamin handelt es sich um ein am Stickstoffarm der Seitenkette mit einer Methylgruppe versehenes Derivat des Amphetamins. Chemisch stellt sich Methamphetamin als Dimethylphenylethylamin oder Phenylmethylamonpropan dar. Dabei lautet seine chemische Bezeichnung (2S)-N-1-phenylpropan-2-amin.

Methamphetamin ist in der Drogenszene unter anderem als Meth, Crank, Crysta, ICE oder auch Speed bekannt. Dabei versteht man unter der Bezeichnung Crank das in Pulverform vorliegende Methamphetamin, während die Begriffe ICE und Crystal Methamphetamin in Form großer Brocken meinen. Die Bezeichnung ICE hat die Droge seinem durchsichtigen an Eiskristalle erinnerndem Aussehen zu verdanken. Die Bezeichnung ICE wird jedoch nicht in allen Ländern aufrechterhalten. So bezeichnet man ICE z.B. in Thailnad "Yaba", in Japan "Schabu" und in Korea "Hiropon". Bei dem ICE handelt es sich um eine geruchs- und farblose, kristallisierte Erscheinungsform des D-Methamphetaminhydrochlorids und somit um keine völlig neue Substanz. Die Kristalle erinnern an kleine Glasbröckchen oder Kandiszucker.

Des Weiteren ist auch der Begriff Pico zu erwähnen, bei dem es sich um ein weißes Methamphetaminpulver handelt, welches mit Paracetamol, Koffein oder Milchzucker vermischt ist.

Das Methamphetamin ist in die Anlage II zum BtMG aufgenommen worden. Es ist damit verkehrs-, aber nicht verschreibungsfähig. Dasselbe gilt für die analoge Form Methamphetaminracemat.


Wirkungen von Methamphetamin

Ähnlich wie Amphetamin erzeugt auch Methamphetamin leistungssteigernde und euphorische Effekte. Neben der anhaltender Wachsamkeit ist auch die Verringerung von Hunger und Durst sowie vermindertes Schmerzempfinden die Auswirkungen des Konsums. Im Vergleich zu dem Amphetamin lässt sich feststellen, dass das Meth die Blut-Hirn-Schranke deutlich schneller überwindet, weshalb es zu einer stärkeren Aufputschwirkung kommt. Auf der anderen Seite ist sein Abbau eher verlangsamt (BGHSt. 53, 89). Nach dem Konsum von Methamphetamin wurde auch eine Vielzahl an negativen körperlichen Folgen festgestellt. So wurde beobachtet, dass es zu Übelkeit, Steigerung der Atemfrequenz, Gewichtsabnahme, Schädigung von Nieren und Leber und Schlaflosigkeit kam. DerKonsum zieht auch psychische Folgen nach sich. So kann es zu Angstzuständen sowie Halluzinationen und Paranoia kommen. Die Wirkung von Methamphetamin kann unter Umständen länger als 14 Stunden dauern. Bei einem regelmäßigen Konsum kann es zu einer seelischen Abhängigkeit kommen, vor allem bei der Konsumform des Rauchens. Nach dem Rausch kommt es meist zu einer depressiven Phase mit Schlaflosigkeit. Es ist nicht selten, dass die Konsumenten zur Überwindung der Schlaflosigkeit auf weitere Drogen wie Cannabis oder Heroin zurückgreifen. Der Entzug der Droge ist meist sehr problematisch und kann aufgrund des Eintritts schwerster Depressionen auch zu Selbsttötungstendenzen führen.



Geschichte des Methamphetamins

Methamphetamin wurde im Jahr 1919 von einem japanischen Chemiker synthetisiert.

Das Methamphetamin wurde im Jahr 1938 von den Temmler-Werken unter der Bezeichnung Pervitin auf den Markt gebracht. Dabei waren es die Soldaten und Künstler die Pervitin verwendeten um zu Höchstleistungen zu gelangen. Im Jahr 1941 wurde Pervitin dem Opiumgesetz unterstellt. Pervitin entwickelte sich in der Nachkriegszeit zu einer leistungssteigernden Wunderdroge, die vor allem bei Wissenschaftlern, Künstlern, Sportlern, Politikern und Prostituierten sehr beliebt war. Der Missbrauch dieser Droge verbreitete sich rasant. Bereits in den Jahren 1948 bis 1960 breitete sich in Japan eine Methamphetamin-Epedimie aus. Die asiatischen Gruppierungen aus Japan, China oder Korea schmuggelten ICE in die USA. Einige Zeit später wurde ICE von diesen Gruppierungen bereits in den illegalen Laboratorien in USA hergestellt und vertrieben. In den 50er Jahren wurde Pervitin nicht nur in asiatischen Ländern, sondern auch in Deutschland produziert. In den 60er und 70er Jahren produzierte die Pharmaindustrie Appetitzügler, in denen u.a. Methamphetamin enthalten war. In denselben Jahren gehörte nun als Speed bezeichnete Droge der sog. Hippiekultur. Nachdem die Droge in den 80ern vorerst verschwunden war, kehrte das Methamphetamin bereits in den 90er Jahren als eine Partydroge in Europa und USA zurück.

Auch heute noch findet die Droge bei militärischen Einsätzen Verwendung. So erhalten Kampfpiloten die sog. "Go-Pills" (bestehend aus Dex-Amphetamin-Sulfat), um Erschöpfung und damit im Zusammenhang stehende Fehleinsätze, wie Tötung von Zivilisten zu vermeiden.



Herstellung von Methamphetamin

Früher erfolgte die Herstellung von Methamphetamins durch Gewinnung von Ephedrin aus dem Ephedra-Kraut unter Verwendung von Phosphor und Jod. Nunmehr erfolgt es durch Kondensation von Phenylaceton und Methylamin.

Bei der Herstellung von Crystal werden die Chemikalien Jod, Aceton, Phosphor, Quecksilber und Salzsäure sowie Grundstoffe Phenyl-Propanon, Ephedrin und Pseudo-Ephedrin, welche dem GÜG unterliegen benötigt. Dabei lässt man Crystal bzw. ICE in großen Kristalklumpen von bis zu 28 g entstehen. Die Produktion erfolgt dabei größtenteils in Tschechien.

In den Bergen entlang der Grenze der burmesischen Shan-Region zum Norden Thailands wird die sog. Yaba-Droge produziert. Dabei wird der Grundsoff Ephedrin aus Indien bezogen. Yaba besteht aus Methamphetaminhydrochlorid (ca. 30%), Koffein (ca. 60%) und Ethyl-Vanillin. Die Tabletten enthalten meist das Logo WY, sind ca. 3 mm dick und haben einen Durchmesser von 6 mm. Die Tabletten werden dabei in den Farben rosa, grauviolett, rot oder rotbraun hergestellt.

Dabei werden in den Bergen bis zu 700 Mio. Pillen produziert. Das ganze Drogengeschäft wird dabei von Polizisten und Soldaten geschützt.


Handelsformen und Verbreitung von Methamphetamin

In Thailand ist der Konsum weit verbreitet. Man geht von über 3 Mio. Maethampetamin-Konsumenten aus. Dabei kosten die Yaba-Pillen in Bangkok noch nicht mal 25 Cent. Allein in Bangkok liegt der Umsatz, was den Yaba-Handel angeht, bei 4 Mio. € pro Jahr.

Sowohl in Deutschland, als auch in den USA werden die Methamphetamin-Tabletten u.a. in Discotheken, Künstlerkreisen und Bordellen angeboten und konsumiert. Dabei ist der Handel mit den Thai-Pillen eng mit dem Frauenhandel verknüpft.

Der Schmuggel der Tabletten erfolgt auf unterschiedlichster Weise. So werden die Tabletten in Schuhe, Kleidungsstücke, Konservendosen und Kosmetikflaschen eingearbeitet und von den Schmugglern, getarnt als Urlaubsreisende, transportiert. Nicht selten kommt es auch vor, dass die Schmuggler die Verpackungen von legalen Arzneimitteln leeren und diese dann mit den Methamphetamin-Tabletten füllen. Besonders kreativ zeigte sich vor allem eine Organisation, welche auf die Methamphetamin-Tabletten Paracetamolpulver pressen ließ, um diese als Paracetamoltabletten zu schmuggeln.

In Europa liegt der durchschnittliche Verkaufspreis zwischen 12 -126 € pro Gramm. In Deutschland erzielen die Händler für eine Pille zwischen 5 und 15 €.

ICE wird grundsätzlich in Glasphiolen zusammen mit einer Glaspfeife verkauft. Der Preis für Methamphetamin-Pulver liegt in Sachsen bei 45 bis 60 € pro Gramm. In Tschechien ist es mit 15-20 € pro Gramm deutlich billiger.



Sicherstellung

In den USA wurden im Jahr 1988 insgesamt 629 illegale Methamphetaminlabore beschlagnahmt.Während bis 1990 das Methamphetamin in Bundesrepublik Deutschland keine besondere Rolle spielte, hat sich dieser Umstand mit der Zeit umfassend geändert. So wurden allein in Sachsen 1998 100 Gramm, 1999 1.200 g und im Jahr 2000 ca 200 g Crystal sichergestellt. Vor allem im Freistatt Sachsen hat Crystal eine überwiegende Bedeutung, denn über die tschechisch-sächsische Grenze wird der Schmuggel und Handel in besonderem Maße betrieben. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland in 446 Fällen 7,2 kg und 2010 in 799 Fällen 26,8 kg Crystal sichergestellt.



Methamphetamin und Gewalt

Besonders bei den Speedkonsumenten ist ein extrem reizbares Verhalten festzustellen. Das an Ohr und Nase Zupfen und aufgeregte Kratzen wird dabei als "Tweaking" bezeichnet. Um gewalttätig zu werden, braucht ein "Tweaker" keine Provokation, er hat häufig länger nicht geschlafen und ist dabei sehr reizbar. Die Gefahren der Brutalität werden dabei durch den zusätzlichen Konsum von Alkohol erheblich gesteigert.



Rechtsprechung zu Methamphetamin

Auf Grund des höheren Suchtpotenzials von Methamphetamin gegenüber Amphetamin setzte der BGH mit seinem Urteil vom 03.12.2008 die nicht geringe Menge von Methamphetamin bei 5 g Methamphetaminbase fest (BGHSt. 53, 89). Auch in den USA ist Methamphetamin, als Rauschgift der Liste II unter Kapitel 13 Abschnitt 812 des CSA verboten.


 

MDMA / MDE / MDA


Substanz

Bei Methylendioxymetamfetamin (MDMA) / Methylendioxyethylamfetamin (MDE/MDEA) / Methylendioxyamfetamin (MDA) handelt es sich um psychoaktive Drogen mit halluzinogenen und amphetaminergenen Eigenschaften. Die chemische Struktur ähnelt dabei der des Amphetamins.

Diese Drogen werden unter dem Namen Ecstasy sowohl als Tabletten, Pulver oder Kapseln vertrieben. Auch die Bezeichnungen Exocis oder Happy Pills sind nicht unüblich. Früher enthielten die Ecstasy-Tabletten ausschließlich MDA, MDMA oder MDE. Mit der Zeit wurde die inhaltliche Substanz von Ecstasy verändert. So wird nunmehr diese Droge mit weiteren Betäubungsmitteln vermischt oder enthält weiterhin solche Biodrogen wie Coffein der Ephedra. Des Weiteren sind auch solche Stoffe wie Ketamin, Procain oder auch Atropin Inhalt einer solchen Tablette.

Die Kosten für eine solche Tablette sind unterschiedlich. Während der eigentlicher Hersteller nur um die 15 Cent pro Tablette bekommt, wird auf der Straße eine solche für bis zu 15 € angeboten. Die Tabletten sind meistens grün, gelb, weiß oder rosa und werden unter anderem als Pink Studs, Triple X, Love doves oder auch Phantasia bezeichnet. Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt einer Tablette liegt bei ca. 50 bis 70 mg. Die Dicke beträgt 3 bis 4 mm, der Durchmesser 8 bis 10 mm.

Die Ecstasy-Tabletten werden mit unterschiedlichen Logos versehrt, wobei diese mittlerweile nichts mehr über die Qualität des Stoffs aussagen. Es gibt zahlreiche zum Teil lustige Logos, die meist den Eindruck von Freude, Jugend, Wohlstand und Genuss erwecken. Auf die Tabletten werden u.a. solche bekannte Marken wie: D&G, Armani, Ferrari, SKY, Dollarzeichen, Playboy, Snoopy oder Rolex eingepresst.

Mit Wirkung vom 01.09.1984 wurde das MDA in die Anlage I zum BtMG eingeführt. Zwei Jahre später am 23.07.1986 wurde auch das MDMA mit in die Anlage I des BtMG aufgenommen. Erst am 15.04.1991 gehörte ebenfalls das MDE als verbotenes und nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel zu der Anlage I des BtMG.



Entstehungsgeschichte

MDMA

Entdeckt wurde das MDMA von der Firma Merck im Jahr 1912. Es erwies sich für medizinische Zwecke allerdings als ungeeignet und sogar gesundheitsschädlich. In den 70er Jahren habe man in USA das MDMA vor allem in der Psychiatrie zur Abschwächung von Schmerzen eingesetzt. Auch wurde die Substanz auf ihre Tauglichkeit für Kriegseinsätze, so z.B. bei einer Spionageaufklärung o.ä. getestet. Obwohl die gesundheitlichen Wirkungen der Droge bekannt waren, wurde diese erst im Jahr 1988 endgültig in den USA verboten. Bevor es den Namen Ecstasy erlangte wurde die Droge als Emphaty bezeichnet und fand anfangs der 80er Jahre große Sympathie und Verbreitung in der Jugend- und Musikszene von Europa und USA.

Die Droge Ecstasy wurde von vielen Menschen verherrlicht und als Wunderdroge bezeichnet. Es wurden einige Werke über Ecstasy wie z.B. PIHKAL a Chemical Love Story von den Eheleuten Ann und Alexander Shulgin geschrieben. Das als Untergrundsbibel geltendes Werk erhielt Anleitungen zur Herstellung von einer Vielzahl an synthetischen Drogen.


MDA

Obwohl das MDA als Appetitzügler und Hustenmittel von den Pharmawerken Merck patentiert wurde, hat man es wegen der gefährlichen Nebenwirkungen nie auf den Mark gebracht. Ähnlich wie das MDMA wurde auch das MDA von den Amerikanern in der Psychiatrie und in der Army getestet. Das MDA erfreute sich in der Musik-, Kunst- und Modebranche sowie in der Hippiebewegung einer großen Beliebtheit. Der Konsum von MDA führte jedoch zu einer Vielzahl von Todesfällen und wurde 1970 in den USA in die Kat. 1 des CSA aufgenommen.


MDE

MDE wurde das erste Mal im Jahr 1980 beschrieben, synthetisiert und wurde als Hilfsmittel für psychiatrische Forschungen getestet.

Bei dem MDE handelt es sich um eine Amphetaminverbindung mit Bewusstsein veränderndenEigenschaften.

Wirkungen

MDMA

Die Wirkung von MDMA hängt in erster Linie von der Wirkstoffdosis und der Konsumhäufigkeit ab.

Eine eher kleine Dosierung von ca. 15 mg führt zu einer Entspannung des Konsumenten. Ängste und sexuelle Hemmungen werden dabei aufgehoben. Die Droge verleiht einem Ruhe und Ausgeglichenheit.

Nimmt der Konsument eine normale Dosis ein, so werden Licht und Bewegungen sowie Musik viel intensiver und auch bunter wahrgenommen. Der Konsument befindet sich in einem Wohlfühlzustand und agiert viel kontaktfreudiger und entspannter. Ein solches Erlebnis wird von manchen auch als "Kopf-Orgasmus" bezeichnet. Auf der anderen Seite muss beachtet werden, dass der Konsum die sexuelle Potenz nicht steigert, sondern vielmehr zu Erektionsproblemen führt. Vor allem in der Rave- und Techno-Community wird Ecstasy als Partydroge konsumiert und führt zu Gefühlen der Geborgenheit und Glückseligkeit. Nach wie vor wird die Droge in privaten Kreisen auf verschiedenen Veranstaltungen eingenommen.

Bei einer Überdosis bzw. einer großen Dosierung treten negative Wirkungen von MDMA ein. So leiden die Konsumenten an Depressionen, Ängsten sowie Ruhelosigkeit. Nicht unüblich sind schwere Kreislaufstörungen, Muskelkrämpfe, erhöhte Herzfrequenz und Brechreize. Eine Konsummischung mit Alkohol kann u.U. auch zum Tod des Konsumenten führen. Weiterhin kann es auch zum Suizidgedanken auslösen.

MDA

Auch die Wirkungen von MDA sind dosisabhängig. Es kann sich bei einer eher niedrigeren Dosis stimulierend wirken. Bei einer hohen Dosis kann es zu Halluzinationen kommen. Die Einzeldosis liegt dabei oral bei 80 bis 160 mg.



MDE

Beim Konsum des MDE kommt es zu einer Minderung von Sorgen und Ängsten sowie Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit. Die Droge, bei der die Einzeldosis bei ca. 100 bis 140 mg liegt, wirkt im Vergleich zum MDMA noch intensiver.

Erscheinungsformen

MDMA

1986 wurde ein Diplomchemiker festgenommen, nachdem bei diesem insgesamt 20 kg MDMA gefunden werden konnte. Er und seine Freundin haben es in einem Labor für den Vertrieb in die USA und für eine Sekte hergestellt. Dabei war das MDMA mit einem Lösungsmittel Isopropyl-Alkohol versetzt. Im selben Jahr ging bei einer deutschen Chemiefirma die Bestellung einer großen Menge vom sog. Piperonylmethylketon (PMK) ein. Bei PMK handelt es sich um einen Grundstoff welcher für die Herstellung von MDMA notwendig ist. Die Besteller, bei denen es sich um amerikanische Drogenhändler handelte, gaben an, das MDMA für die Herstellung von einem Appetitzügler namens Novatrim zu benötigen. Von denselben Drogenhändlern erfolgte der zweite Auftrag, das nun vorhandene MDMA zu Tabletten zu pressen. Insgesamt wurden von der deutschen Chemiefirma dann 1,3 Mio. Tabletten hergestellt. 900.000 davon wurden von den niederländischen und deutschen Drogenfahndern in dem Keller eines Blumenladens in Amsterdam sichergestellt. Nur zwei Jahre später im Jahr 1988 hat eine deutsche Chemiefirma namens Imhausen großes Aufsehen erregt, nachdem sie 950 kg PMK an amerikanische Drogenhändler lieferte. Die Amerikaner konnten dadurch insgesamt 2 Mio. Methylendioxymethamphetamin-Pillen herstellen. Sie verkauften sie dann als Appetitzügler unter der Bezeichnung Novatrim weiter. Die Firma Imhausen hatte aber auch selbst bis zu 1 Mio. MDMA-Tabletten hergestellt und an amerikanische Drogendealer weiter geliefert.

Auch im Jahr 2000 konnten die Drogenfahnder einen Erfolg feiern. Auf dem Hamburger-Flughafen wurde eine Lieferung von 452 kg PMK sichergestellt. Der Stoff sollte von China über Deutschland bis nach Niederlanden verbracht werden. Die weiteren Ermittlungen führten zu der Feststellung, dass bereits 5 weitere Lieferungen von insgesamt 1,8 t PMK an dasselbe Labor erfolgten. Mit derartigen Mengen an dem Grundstoff PMK konnten 30 Mio. Ecstasy-Tabletten produziert werden.

MDA

Im Jahr 1991 wurden von den britischen Drogenfahndern 1.200.000 Tabletten der sog. Disco-Droge MDA sichergestellt. Ein Jahr später ist es den britischen und niederländischen Drogenfahnder gelungen ein Drogenkartell zu zerschlagen, welches MDA-Tabletten in großen Mengen in Niederlanden und in Großbritannien veräußerte.

Im Jahr 1992 wurden am Frankfurter Flughafen insgesamt 10 Mio. Tabletten MDA (Gesamtgewicht 3 t) von Zollfahndung und BKA beschlagnahmt. Die in 63 Transportkisten verpackt und als Anti-Grippe-Mittel getarnte Fracht wurde dabei von den Tschechen und Letten gesteuert. Die Tabletten kamen per Luftfracht aus Lettland und sollten von Spediteuren nach Belgien und in die Niederlande verbracht werden. Im Rahmen einer Durchsuchung einer lettischen Pharmafirma wurden 1 Mio. MDA-Tabletten im Gesamtgewicht von 300 kg sichergestellt. Des Weiteren wurden dort ebenfalls Chemikalien zur Herstellung von Methylendioxyamfetamin-Tabletten im Gewicht von 500 kg gefunden. Bei den verhafteten Leiter des Zentrallabors, Generaldirektor sowie seinem Stellvertreter wurden Drogengelder in Höhe von 500.000 DM in unterschiedlicher Währung gefunden.

Einer Schätzung zur Folge, gibt es in Deutschland ca. 100.000 Konsumenten von Amphetamin-Derivaten. Die Discodroge ist somit weit verbreitet.


MDE

Im Jahr 1993 wurden in Köln 8 kg MDE-Tabletten sichergestellt. Auch sonst wurden in Deutschland öfters kleine Laboratorien, die die Herstellung von MDE vorantrieben aufgehoben.

Die Drogen werden meist mit den Buchstaben E, EVA oder CD versehrt. Die gelben bzw. weißen runden Tabletten der Discodroge werden in unterschiedlichen Größen angeboten, wobei diese Tabletten zwischen 50 und 80 mg MDE-Hydrochlorid enthalten.


Illegale Produktion

Produktionsländer

Im Gegensatz zu solchen Drogen wie Kokain, Opium oder Cannabis, deren Herstellungsschwerpunkt in Asien und Nordafrika liegt, werden die Amphetamin-Derivate immer mehr in europäischen Ländern produziert. Die meisten Ecstasy-Tabletten werden heutzutage in Ländern wie Belgien oder Niederlande hergestellt. Weiterhin wird Ecstasy auch in Laboratorien von Polen, Tschechien, Lettland, Estland oder auch Bulgarien produziert. Allein im Jahr 2000 wurden in den Niederlanden 37 Produktionsstätten entdeckt. Im selben Jahr waren es in Polen 14 und Spanien und Großbritannien jeweils 12. Dabei liegt der Wert von 1 kg Ecstasy in einem Produktionsland unter 2.000 US-$ und somit niedriger als z.B. bei Heroin (1 kg = 3.000 US-$). In USA wird dieses 1 kg dann für beachtliche 36.000 US-$ veräußert.

Mit einer modernen Technik ist es möglich bis zu 1 Mio. Tabletten herzustellen und zu verpacken. Benutzt werden vor allem die neusten Etikettier-, Tablettier- und Verpackungsmachinen. Da die Preise für die Grundstoffe viel günstiger sind und auch die staatliche Grundstoffüberwachung wenig erfolgreich funktioniert, wird z.B. PMK aus Ländern wie Indien oder China bezogen.


Bekämpfung des internationalen Ecstasy-Handels und Schmuggels

Spricht man von der Bekämpfung des internationalen Ecstasy-Handels, so kommt man an dem Begriff „Unit Synthetic Drugs“ (USD) nicht vorbei. Bei USD handelt es sich um eine Zentralstelle der niederländischen Justiz, welche zur Bekämpfung des Handels, des Schmuggels und Produktion von synthetischen Drogen geschaffen wurde. Diese Zentralstelle arbeitet eng mit dem Transportgewerbe zusammen. Des Weiteren wurden mit verschiedenen Pharmafirmen sowie Chemikalienherstellern Vereinbarungen getroffen, um besser die Drogenproduzenten aufzuspüren. Neben Europol konnte auch das deutsche BKA von solchen Projekten wie „Police Toll Narcotic“, „Central Analysis Project Ecstasy“ oder „Phare Synthetic Drugs“ dieser Zentralstelle profitieren. Daraus konnte man im Bereich synthetischer Drogen eine Menge an Erkenntnissen sammeln, welche zur Entdeckung vieler Laboratorien, Sicherstellung von Ecstasy-Tabletten sowie Festnahme von Drogenhändlern führten.

In diesem Zusammenhang muss auch das Auswertungsprojekt „EXIT“ von Interpol erwähnt werden. Dabei werden sämtliche Daten von Tatverdächtigen, Sicherstellungen von Ecstasy, Geldflüssen, Tablettenlogos usw. weltweit gesammelt und ausgewertet.

Im Rahmen des Sonderanalyseprogramms „MITSUBISHI“ konnten in Europa über 6.000.000 Tabletten mit Mitsubishi-Logo, Tablettenstempel, Tablettiermaschinen sowie weiteren Laborgeräten sichergestellt werden.

Wenn Sie Probleme mit der Polizei  oder der Fahrerlaubnisbehörde wegen Aphetaminen haben, rufen Sie mich bitte an. Bis dahin verweigern Sie jede Aussage.

Kommentare: 2
  • #2

    Bukem (Samstag, 05 August 2017 14:19)

    @Felix: Wenn Rat oder Hilfe suchst, etwa bei der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, melde dich bitte.

  • #1

    Neubert Felix (Samstag, 29 Juli 2017 21:34)

    hallo ich habe meinen führerschein verloren und dadurch die Arbeit gleich mit, obwohl ich mir die ganzen 6 jahre mir nix zu schulden kommen lassen habe, bzw. unfallfrei ,immer pünktlich auf arbeit ,Pflischtbewust, leistungsbereitschaft hat sich nicht verändert , muss dazu sagen solange wie man es nicht sinnlos übertreibt.

    ich mache nur soviel wie nötig zur selbst medikation, weil ich kein medikament mehr bekommen habe.