Rechtsanwalt und Strafverteidiger

 

Björn Schüller

Altenwall 14

28195 Bremen

 

Telefon: 0421-16767526

 

Mobil: 0157 - 37042691

 

Fax: 0421 - 167675269

 

Mail: kontakt@strafverteidiger-schueller.de

 

Termine nur nach Vereinbarung!

Auf welche Stoffe wird beim Bluttest wegen Auffäligkeiten im Verkehr getestet?

Ich werde öfter mal gefragt, auf welche Substanzen die Blutproben analysiert werden, wenn man das zweifelhafte Vergnügen hatte, in eine Verkehrskontrolle gekommen zu sein und der Wachmann jetzt gerne eine Blutprobe möchte, da Sie ein nervösen Eindruck machten, eindrucksvolle Schlangenlinien gefahren sind oder zuviele "Reggae Summer Jam" und "legalize it" oder "support die grüne hilfe" Aufkleber auf Ihrem Auto klebten bzw. Ihre Dreads einfach irgendwie verdächtig wirken.

 

Die Schnelltests wie dem Dräger Drug Check 3000 (R) werden nur deutlich weniger Stoffe angezeigt (Kokain,Opiate, Amphetamin, Methamphetamine/Designer Drogen (bspw. Ecstasy) und Cannabis (THC).

 

Also - auf diese Substanzen wird das Blutserum flüssigchromatographisch-massenspektrometrisch untersucht (Quelle: Universitätsklinikum Frankfurt, Institut für Rechtsmedizin)

 

  • Amphetamin und Derivate (MDMA, MDA, MDE, Methamphetamin, Norephedrin, Ephedrin, Khat-Alkaloide sowie Methylphenidat
  • Kokain und Benzoylecgonin
  • Opioide (6-Monoacetylmorphin, Morphin, Codein, Dihydrocodein, Oxycodon, Hydromorphon, Methadon, Tramadol, Tilidin/Nortilidin, Fentanyl, Dextromorphan
  • Cannabinoide (u.a. THC, THC COOH) und eine wirklich große Bandbreite synthetischer Cannabinoide
  • LSD
  • Benzodiazepine (Alprazolam, Bromazepam, Brotizolam, Clonazepam, Diazepam, Flunitrazepam, Lorazepam, Lormetazepam, Midazolam, Nitrazepam, Nordiazepam, Oxazepam, Phenazepam, Temazepam, Tetrazepam)
  • Hypnotika (Zolpidem und Zopiclon), Ketamin und weitere Arzneimittel (Doxepin, Amitryptilin, Citalopram, Quetiapin, Mirtazapin, Risperidon, Diphenhydramin, Doxylamin, Chlorphenamin)

 

Also. Nach allem, was der geneigter User so wegraucht, schnupft, schluckt oder in die Venen spritzt, wird mit feinster Laboranalytik gesucht. Und die Chromatographen sind wirklich hochsensibel.

 

Wer die o.g. Stoffe konsumiert, wird früher oder später Probleme mit dem Führerschein bekommen. Insofern liegt es bei vielen intensiven Usern nahe, die Fahrerlaubnis aus Gründen verantwortlichen Handelns komplett an den Nagel zu hägen.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 18
  • #1

    Interessierter (Sonntag, 02 Juli 2017 13:11)

    Heißt es nicht, dass LSD keinen gesicherten Nachweis hat und nur bei Verdacht darauf untersucht wird? Den 300€ Rahmen sprengt doch dann die Untersuchung locker

  • #2

    Rechtanwalt Schüller (Montag, 03 Juli 2017 17:56)

    @Interessierter: Das war bis dato auch meine Kenntnis - also das auf LSD nur bei Verdacht geprüft wird.

    Jedenfalls im Uniklinikum Frankfurt scheint das jedoch anders zu sein, denn bei dem Fall, um den es konkret ging, gab es keine Hinweise auf den Konsum von LSD und die ganze Analytik wurde durchgezogen.

  • #3

    Rechtsanwalt Schüller (Dienstag, 04 Juli 2017 16:59)

    ...schaue da morgen mal in die Akte und melde mich zurück, ok?

  • #4

    Anderer Interessierter (Freitag, 07 Juli 2017 20:19)

    Hallo Herr Schüller,

    hieß es nicht (irgendwo auf Ihrer Seite), dass Blutproben auf LSD vor Gericht nicht Standhalten können (vermutlich wegen der geringen Dosis).

    LG

  • #5

    lollipop (Sonntag, 16 Juli 2017 13:30)

    Hach warn das noch Zeiten, wo man mit LSD durch die Gegend flitzen konnte...

  • #6

    Samuel (Freitag, 21 Juli 2017 00:25)

    Kann von einem im Verkehr Unauffälligen ( zB im Reisebus aus A'dam oder als Beifahrer in BRD ) ein Bluttest erzwungen werden, zB nach Auffindens von zB einer geringen Menge Gras oder kann man sich hier begründet widersetzen ?

  • #7

    Bukem (Freitag, 21 Juli 2017 07:55)

    @Interessierte: Gebt dem Mann mal ne Chance bitte. Der meldet sich dann schon, wenn er hier was zusagt. Verblüffenderweise kommt da mitunter in so einem 19-stündigen Anwaltsarbeitstag auch noch mal was anderes dazwischen.

    @Samuel: Warum genau sollte in dem Szenario eine Blutuntersuchung erfolgen? Es ginge ja nur und ausschließlich darum, dem Fahrer einen Kraftfahrzeugführen unter BtM-Einfluss nachweisen zu können. Ob nun in der Bahn oder in einem Reisebus ist das ja an sich schon ausgeschlossen. Bei einem Beifahrer kann natürlich bei unüberlegten eigenen Angaben der Beteiligten, etwa wie, wir haben grad vor 15 Min das Steuer gewechselt, dann doch eine Untersuchung vorkommen.
    Was meinst du mit widersetzen? auch wenn ein polizeiliche Maßnahme erkennbar rechtswidrig sein sollte, ein Widersetzen ist nicht vorgesehen und wird mit Zwangsmaßnahmen beseitigt. Da sitzt man grds zunächst am kürzeren Hebel, glaub es mir. Natürlich kann man später polizeiliche Maßnahmen überprüfen, aber widersetzen ist nicht

  • #8

    Samuel (Freitag, 21 Juli 2017 10:47)

    @Bukem: Danke für die Antwort. Dann bleibt wohl vorbeugend und zum eigenen Schutz der nachträglichen Überprüfung nur zu Protokoll zu geben, mit einer Blutuntersuchung nicht einverstanden zu sein. Mir ging es bei dem Gedankenspiel darum, ob es vorstellbar ist, dass auch ein nicht aktiv am Verkehr Teilnehmender durch sicher unverhältnismäßige Maßnahmen Schwierigkeiten mit der Führerscheinstelle bekommen könnte, wenn der Polizist jemanden etwas reinwürgen bzw. sich profilieren will ( soll ja solche Leute geben )
    Ein noch GRASseres Beispiel aus der Lokalzeitung: Eine Hilfsstreife/ Sicherheitswacht erwischt 2 Leute auf einer Parkbank, die abends einen Joint rauchen. Offenbar werden die beiden dann festgehalten, bis die Polizei eintrifft. Haben die das Recht dazu ?..Man könnte ja auch die Lauffreudigkeit der Hilfssherifs prüfen.....

  • #9

    Daniel (Freitag, 21 Juli 2017 17:44)

    Sehr geehrter Herr Schüller,

    folgende Frage:

    Mir wurde im Rahmen einer Verkehrskontrolle am 06.07.2017 Blut abgenommen.

    Ihrem Hinweis folgend habe ich heute bei der Polizeidienststelle angerufen und wollte mein Testergebnis erfragen.

    Der zuständige nette Beamte war allerdings weder bereit mir eine telefonische Auskunft zu erteilen ("Datenschutz") noch war dieser bereit mir diese nach persönliche Terminvereinbarung zu nennen. Ich solle abwarten bis ich von der Polizei Post bekäme.

    Meine Frage: Kann ich hier einen Rechtsanspruch zur Auskunft generieren oder muss ich jetzt tatenlos warten bis mein Briedkasten Besuch bekommt ?

    Vielen Dank und ein schönes Wochenende!

    Herzliche Grüße

  • #10

    Bukem (Samstag, 22 Juli 2017 11:38)

    @Daniel: Tatenlos bleibst du nicht,immerhin ragst du hier ja. Tatsächlich musst du abwarten, bis die Ergebnisse vorliegen. Wann war denn ein evt letzter Konsum vor der Untersuchung und was hast Du für Angaben gemacht? Danach würde ich das weitere Vorgehen planen. Jdfs,sofern noch nicht geschehen und der letzte Konsum weniger als 72 Stunden vor der Untersuchung erfolgte, Konsum einstellen. Mehr Antworten folgen, wenn du geantwortet hast.

    Samuel: Ärger mit der Führerscheinstelle ist auch denkbar, wenn du zb im Reisebus mit nem Batzen Gras angetroffen wirst. Auch wenn dann vor Ort zwar nicht körperlich untersucht wirst und klugerweise auch ekien ragen zu deinem Konsumverhalten, BtM-Besitz zum Eigenbedarf usw beantwortest, wird die FE Behörde von diesem BtM-Besitz (strafrechtl Verfahren) Kenntnis erlangen und dich spä vermutlich zu einem ärztlichen Gutachten ( ob nun rechtswidrig oder nicht, sie tun es) laden.
    Dein Lokalpressebeispiel richtet sich nach https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__127.html , dem vorläufigen Festnahmerecht. Ob dies bei einer Bagatelle greift, bezweifel ich sehr

  • #11

    Daniel (Samstag, 22 Juli 2017 15:18)

    @Burkem

    Danke für die schnelle Antwort. Angaben zum Konsum habe ich keine gemacht, auch habe ich einen Urintest verweigert. Zuvor keine Auffälligkeit mit Btm, weder im verkehrs- noch im strafrechtlichen Sinne. Am Vorabend habe ich einen Joint geraucht, andere Drogen konsumiere ich nicht. Nach der Kontrolle und Begutachtung durch den Arzt durfte ich weiterfahren. Trotzdem wird es meines Erachtens eng das Trennungsvermögen mit einem THC-Wert von unter einem 1 ng nachzuweisen.

    Um meine Frage zu konkretisieren: da mittlerweile über 14 Tage vorüber sind ist ja davon auszugehen, dass daß Ergebnis mittlerweile bei der Polizei vorliegt. Dort möchte man mir dieses leider nicht nennen. Habe ich einen Anspruch auf entsprechende Auskunft oder muss ich abwarten bis ich den entsprechenden Bescheid bekommen ?

    Was mich bei den entsprcehenden Werten erwartet weiß ich ja dank eurer Seite ganz gut.

    Ein schönes Wochenende!

  • #12

    Bukem (Sonntag, 30 Juli 2017 15:12)

    @Daniel: Solltest du tatsächlich über einem Wert von 1,0 ng aktivem THC liegen, ist das eine Owi mit Bussgeld, Punkten, Fahrverbot und Kostentragung der Untersuchung. Du wirst dich gedulden müssen. Bitte den Konsum weiter einstellen

  • #13

    Balu (Dienstag, 29 August 2017)

    Ihre Seite hat hier keinen Text:
    https://www.strafverteidiger-schueller.de/schwerpunkte/drogen-im-stra%C3%9Fenverkehrsrecht/%C3%A4rztliches-gutachten-beim-besitz-von-btm-nach-14-abs-1-s-2-fev/
    MfG

  • #14

    Bukem (Mittwoch, 30 August 2017 07:39)

    @Balu: Und nu? Das ist Herrn Schüller bestimmt bewußt, aber danke für den Hinweis-

  • #15

    Balu (Donnerstag, 31 August 2017 15:28)

    @Bukem: Ansonsten ist die Seite aber sehr informativ und aufklärend.

  • #16

    Bukem (Sonntag, 03 September 2017 19:52)

    @Balu: Danke schön, ich richte es gern aus. Klar, manche Unterseiten sind bisher ohne Text, weil wir ja hier schon manchmal mit der Masse der Fragen kaum hinter herkommen. Aber natürlich soll und wird das stückweise weiter ausgebaut werden. Versprochen ;)

  • #17

    hein (Freitag, 08 September 2017 14:55)

    Sehr geehrte Rechtanwälte,

    ich wurde kürzlich nach dem Erwerb von Cannabis (20€)als Furgänger angehalten. Ich gab den Sachverhalt nicht zu, die Zivilstreife wurde jedoch fündig. Eine Aussage wurde meinerseits verweigert. Ich erwähnte, daß es manchmal bei einer bestimmten Erkrankung helfen kann, äußerte mich nicht konkret zu meinem Konsumverhalten. Strafverfahren, ok, Fss?? Weder im Bzr noch in Flenburg bin ich aktenkundig, führte keine Konsumutensilien bei...Was dart ich erwarten?
    Mit freundlichem Gruß

  • #18

    Rechtsanwalt Schüller (Dienstag, 12 September 2017 14:52)

    @Hein: Einstellung des Verfahrens im Strafrecht, fahrerlaubnisrechtlich wäre die Anordnung einer Begutachtung rechtswidrig - Sie können also erstmal locker bleiben. Auch den Konsum von Cannabis müssen Sie nicht einstellen, solange kein täglicher Konsum daraus wird. 1 - 2 mal die Woche sind ok. Auf Dauer macht aber auch das die Birne weich und ist in fahrerlaubnisrechtlicher Sicht immer riskant, wenn Sie regelmäßig Auto fahren. Wenn es wider Erwarten Stress geben sollte, melden Sie sich bitte bei mir. Keine Aussage bei der Polizei machen, nicht hingehen, wenn Sie geladen werden sollten. Das ist Ihr gutes Recht und dieses Verhalten ist das einzig richtige.