Rechtsanwalt und Strafverteidiger

 

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Amtsgericht Oldenburg: Hausdurchsuchung wegen 158 ng/ml THC COOH beim Führen eines KFZ...

Diese Unsitte hält öfter Einzug in norddeutschen Gefilden...da werden Wohnungen durchsucht, nur weil ein Betroffener im Straßenverkehr mit erhöhten THC und THC COOH Werten aufgefallen ist - hier mit 158,8 ng/ml.

 

Wer regelmäßiger Konsument ist, kann sich also nach einer Blutprobe im Rahmen einer Verkehrskontrolle neben der Entziehung der Fahrerlaubnis auch noch auf eine Hausdurchsuchung einstellen - reicht ja nicht, dem Betroffenen die Fahrerlaubnis und damit den Job zu nehmen.

 

Die Gelegenheit ist günstig und mangels alternativen Beschäftigungsfeldern in diesen ruhigen und entspannten Tagen ohne andere Sorgen (von ein, zwei verirrten LKW Fahrern auf Weihnachtsmärkten (für die feinfühligen Weltverbesserer unter uns gerne auch "Wintermärkte"...wir wollen ja niemanden auf den Schlips treten!) und dem neuen Trendsport des Obdachlosen- und Ehefrauabfackelns und dem sportlichen Trepperuntertretten durch religiös oder anderweitig verwirrte evtl. mal abgesehen) kann man darüber hinaus auch mal bei dem THC-Betroffenen aufrocken und ihm ein wenig die Hölle heiß machen.

 

Schade nur, dass die Bude sauber war und das Rollkommando unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen musste. Kiffer sind halt sowas wie das goldene Kalb in Sachen Arbeitsbeschafftungsmaßnahmen für die Strafverfolgungsorgane und die beteiligten Gerichte. Die Legalisierung wird schon deshalb noch auf sich warten lassen, weil das Auftragsvakuum, das hierdurch entstünde, erstmal aufgefüllt werden müsste. Und dann würde übles drohen: Die Beschäftigung mit relevanteren Dingen und das Ende der Kifferhatz. Denn eins ist klar: Mit Kiffern und Growern lässt sich manch unschöne Bilanz leicht ein bißchen hochjazzen. Irgendwann werden die Durchsuchungsbeschlüsse durchwinken, nur weil man an einem Growshop vorbeigelatscht ist - eine Frage der Zeit...insofern lebe auch ich gefährlich, denn auf dem Weg in die Kanzlei komme ich jeden Tag an zwei Growshops vorbei. Zusammen mit dem Fakt, dass es hier Strom und Wasser gibt, macht auch mich zum Risikokandidaten. Wie las ich vor Monaten in einem Antragder StA für einen Durchsuchungsbeschluss des AG Hildesheim: "Das Haus des Beschuldigten sieht von aussen aus, als könnte man drinnen anbauen." Ach - echt?

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Bbox (Donnerstag, 09 Februar 2017 10:09)

    Das wird ja immer schlimmer hier. Merkt das eigentlich niemand in der Politik das da einiges aus dem Ruder läuft. Normalerweise müsste es doch bestimmte Kontrollinstanzen geben die solche auswucherungen des deutschen Rechtssystem unterbinden.

  • #2

    Rechtsanwalt Schüller (Samstag, 11 Februar 2017 19:34)

    Das stimmt...die Kontrollinstanz ist aber gerade das Gericht. Und das winkt in der Praxis oft einfach die häufig schon wortwörtlich vorformulieren Anträge der Staatsanwaltschaften durch. Man darf es ruhig mal unverklausuliert sagen: Das ist ein Haufen Scheiße, den die da bauen. Die hölen die Grundrechte aus und fühlen sich auch noch toll dabei in ihrem Amtsstuben. Grausam sowas.