Rechtsanwalt und Strafverteidiger

 

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Kinderporno-Seite "Playpen" von FBI übernommen, TOR Verschlüsselung mittels Network Ivestigative Service geknackt, reale User IP´s bekannt unabhängig von Vorrat

Kürzlich hat das FBI im Rahmen der Operation "Pacifier" mehrere Server des Forums "Playpen" (=Laufstall für Kinder) übernommen, einer auf den Austausch von kinderponographischen Materials spezialisierten Seite.

 

Da sich diese Seite im Darknet befand, benutzten die User die typische Verschlüsselungssoftware "TOR", um die reale IP-Adresse zu verbergen, man will ja keinen Ärger deswegen.

 

Nun betrieb das FBI die Seite wochenlang einfach unter eigener Ägide weiter (das ist schon eine harte Nummer, der FBI als Betreiber eines Kinderpornoforums) weiter und überwachte die gesamte Kommuninaktion mittels eines 24/7 Monitorings.

 

Hierbei setzte sie die sogenannten "Network Investigative  Technique" (NIT) ein, eine Software, die aus den mittels Torschverschlüsselung verschleicherten IP´s die realen IP-Adressen generiert.

 

Weil es in Deutschland keine Vorratsdatenspeicherung gibt, wurden die entsprechenden Daten täglich vom FBI frisch auf den Tisch des BKA serviert und von dort aus Bestandsdatenanfragen an die Provider versendet. Knapp 400 Treffer ergab das in Deutschland.

 

Sicherheit gibt es für niemanden im Netz, auch "TOR" und die damit verbundenen Onionnetzwerke scheinen damit sicherheitstechnisch als altes Eisen zu gelten...

 

Auf dem Board soll es 160.000 registierte Nutzer gegeben haben.

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Kommentare: 12
  • #1

    marc (Freitag, 13 Mai 2016 03:11)

    Waere zu klaeren ob sich das fbi mit schuldig gemacht hat. Denn diese haben ja die webseite betrieben und vor dem gesetz sollten alle gleich sein?!

  • #2

    Manni (Donnerstag, 19 Mai 2016 19:54)

    Hallo! Kann man davon ausgehen, dass jede betroffene Person (in Deutschland) bereits Post erhalten hat, oder laufen die Ermittlungen noch?

    Danke!

    Gruß
    Manni

  • #3

    Rechtsanwalt Schüller (Mittwoch, 08 Juni 2016 17:54)

    @Marc: Nach US Recht hat sich das FBI nicht schuldig gemacht, klar ist aber: Die Sache ist ne heikle Nummer.

    @Manni: Die Ermittlungen dürften noch laufen...ein Mandant wurde schon hochgenommen deswegen, aber bei mehreren hundert bekannten Personen allein aus D dürfte sich das noch ziehen. Man kann ja erstmal im Hintergrund weiter ermitteln....

  • #4

    Peter P. (Freitag, 29 Juli 2016 00:50)

    Dieses "NIT" ist einfach nur ein anderes Wort für Malware, d. h., dass das FBI Schadsdsoftware auf PCs installiert hat. Die dann unverschlüsselt(!) und unsigniert Daten(d.h. die Daten hätten manipuliert werden können) wie die MAC und IP zu dem FBI gesendet hat. Und nun will das FBI auch nicht sagen wie die Malware funktioniert und setzt so Millionen von PCs (das Tor Browser Bundle basiert auf den Mozillia Firefox) der Gefahr einer Malwareinvektion aus.


    Aber es scheint so als würden die ersten US-Gerichte die durch die installierte Schadsoftware gewonnen Daten nicht anerkennen wollen, sollange die Funktionsweise nicht offengelegt wird.
    https://nakedsecurity.sophos.com/2016/05/27/judge-tosses-evidence-in-fbi-tor-hacking-child-abuse-case/

  • #5

    Rechtsanwalt Schüller (Freitag, 29 Juli 2016 15:41)

    Interessante Info ist das, danke Peter. Spannende Geschichte! Und das ist auch für die hiesigen Verfahren von Interesse...

  • #6

    Mike (Mittwoch, 16 November 2016 13:26)

    Es wurden ganze E-Mail-Server infiltriert nur weil diese als Tor-Services fungierten und ggf. Nutzer kriminäle Handlungen nachgegasngen sind. Das wäre als würde das BKA gmx, gmail etc. mit einer Malware versehen nur weil diese Seiten von Verdächtigen genutzt werden.

    https://www.washingtonpost.com/world/national-security/how-the-government-is-using-malware-to-ensnare-child-porn-users/2016/01/21/fb8ab5f8-bec0-11e5-83d4-42e3bceea902_story.html

    This week, people familiar with the investigation confirmed that the FBI had used an NIT on TorMail. But, they said, the bureau obtained a warrant that listed specific email accounts within TorMail for which there was probable cause to think that the true user was engaged in illicit child-pornography activities. In that way, the sources said, only suspects whose accounts had in some way been linked to involvement in child porn would have their computers infected.


    But, according to sources who used TorMail and previous reporting, the NIT was deployed before the TorMail login page was even displayed, raising the question of how the FBI could have possibly targeted specific accounts.

    https://motherboard.vice.com/read/unsealed-court-docs-show-fbi-used-malware-like-a-grenade

  • #7

    Rechtsanwalt Schüller (Donnerstag, 17 November 2016 11:59)

    Danke für den Beitrag, Mike. Dass ist eine ziemlich krasse Nummer, aber man kann sehen: Im Internet gibt es auch keine richtige Sicherheit, auch wenn das viele Leute glauben.

  • #8

    Tinsi (Montag, 30 Januar 2017 19:38)

    Oh Manni hat da jemand Panik erwischt worden zu sein? Geisteskranke Menschen - absoluter Abschaum. Wer sich an Kinder, Tieren oder schwächeren Menschen vergreift sollte so hart bestraft werden, dass ein freitod die schönere Alternative ist. Früher oder später werden alle enttarnt... ich könnte kotzen bei diesem Thema!!!!!!!

  • #9

    Rechtsanwalt Schüller (Dienstag, 31 Januar 2017 16:22)

    @Tinsi: Jeder hat ein Recht auf Verteidigung und ein rechtsstaatliches Verfahren. Das Thema ist heikel, keine Frage.

  • #10

    Tinsi (Freitag, 03 Februar 2017 12:47)

    Das mag auch richtig sein... ich finde die Strafen nur zu lasch. Wieso bekommen Täter so milde Strafen wobei ein gequälter Mensch (Oder Tier) damit leben muss - ein Leben lang. Um im Darknet brühtet das Böse alles undercover aus.... ich bin schockiert und enttäuscht zugleich dass dies möglich ist.. ich denke einfach bei einem hohen Strafmaß würde das Abschreckend wirken und diese ekelhaften kranken scheisshaufen( sorry für meine Ausdrucksweise aber sowas macht mich wütend und haben jegliche Menschenrechte in meinen Augen verloren) würden es sich drei mal überlegen

  • #11

    Rechtsanwalt Schüller (Freitag, 03 Februar 2017 20:39)

    Die Diskussion ist müßig. Der Trieb macht vor Verboten nicht halt.

  • #12

    Richard (Donnerstag, 13 Juli 2017 08:45)

    Jeder hat ein Recht auf Verteidigung?
    Damit man mit einer Bewährungsstrafe davon kommt. Lächerliche Justiz.